Ab dem 1. Januar 2025 ändern sich die Zustellzeiten für Briefe in Deutschland. Gemäß neuem Postgesetz sollen 95 % der Briefe innerhalb von 3 Werktagen und 99 % innerhalb von 4 Werktagen zugestellt werden.
Doch jetzt ist eine überraschende Information aufgetaucht; sie findet sich auf einer Infoseite der Deutschen Post zum Thema Pressepost. Dort ist angegeben, dass die Standardlaufzeit für Briefe ab 2025 E+2/3 betragen wird. Die Deutsche Post würde Briefe also freiwillig einen Tag schneller zustellen, als es das neue Gesetz mit einer Frist von E+3/4 vorschreibt.
Die Abkürzungen E+1, E+2, etc. beschreiben die Liefergeschwindigkeit. E+1 bedeutet, dass eine Sendung einen Tag nach dem Einlieferungsdatum beim Empfänger zugestellt wird.
Warum die Deutsche Post freiwillig schneller zustellen möchte, ist unklar. Möglicherweise versucht sie, die Verbraucher angesichts einer bevorstehenden, kräftigen Portoerhöhung milde zu stimmen. Durch die freiwillige Erbringung eines besseren Services könnte sie Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen.
Allerdings könnte sich die Post mit dieser Strategie auch selbst schaden. Ab 2025 sollen nämlich zwei verschiedene Lieferzeiten angeboten werden: Ein günstiger, langsamer Ecobrief und ein teurer, schneller Priobrief. Um den höheren Preis für einen Priobrief zu rechtfertigen, müsste ein spürbarer Unterschied in der Laufzeit bestehen.
Wenn der Unterschied zwischen Eco- und Priobrief nicht deutlich genug ausfällt, könnten viele Kunden auf den günstigeren Eco-Brief mit 2-3 Tagen Lieferzeit setzen und den teureren Priobrief ignorieren. Damit läuft die Deutsche Post Gefahr, ihre eigene Preispolitik zu untergraben und die Nachfrage nach Priobriefen zu verringern.