Paketdienste: Kunden haben keine adäquate Zahlungsbereitschaft


Der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) hat die jährliche Studie zur Paketbranche veröffentlicht. Im Verband sind die großen Wettbewerber von DHL vertreten (Hermes, DPD, GLS, UPS, Go!), jedoch nicht DHL selbst.

Im Jahr 2021 betrug der Erlös pro Paket durchschnittlich 5,97 Euro. Das sind 2,75% mehr als im Jahr zuvor. Doch der BIEK warnt, dass 5,97 Euro nicht ausreichen, um die Kostensteigerungen der letzten Jahre auszugleichen.

Die Erlöse 2021 sind nominal mit dem Jahr 2014 vergleichbar (siehe Grafik oben). Inflationsbereinigt liegt der Wert für 2021 im Vergleich zu 2014 allerdings nur bei 5,59 Euro.

Außerdem stellt der BIEK fest, dass dem "Wert der Logistikleistung und den hochwertigen Angeboten der KEP-Dienstleister keine adäquate Zahlungsbereitschaft der Kundinnen und Kunden gegenübersteht. [...] Insbesondere im B2C-Segment sind Empfängerinnen und Empfänger von Waren in Deutschland nach wie vor nur in geringem Maße bereit, für alternative Lieferoptionen zu zahlen."

Weitere interessante Fakten aus der Studie:

  • In den letzten 10 Jahren hat sich der Anteil von Express- und Kuriersendungen von 18,8 % auf 14,3 % reduziert. Stattdessen wurden mehr Standardpakete verschickt.
  • Bis 2026 steigt das Sendungsvolumen jährlich um ca. 4,7% (5,1% bei Paketen, 2,3% bei Express und Kurier)
  • Für 2022 ist keine Mengenprognose möglich wegen der unsicheren Gesamtlage.
  • Seit 2011 sind die Mitarbeiterzahlen in der KEP-Branche um 41% gestiegen (+78.000 Beschäftigte)

Der Verband weist außerdem darauf hin, dass "eine effiziente und konforme Zollabwicklung zunehmend zum Erfolgsfaktor für KEP-Dienstleistungen in Europa" wird. Angeblich würden Paket- und Expressdienste "diesen Prozess mit immer besseren Angeboten und Dienstleistungen sowie hoher Leistungsqualität bei internationalen Paketsendungen, etwa durch kurze Laufzeiten, hohe Zuverlässigkeit und einfache Retouren" begleiten.

Davon ist in der Praxis wenig zu merken. Stattdessen werden Kunden von Bestellungen in Großbritannien und anderen Nicht-EU-Ländern abgeschreckt, weil Paketdienste teure Gebühren für die Zollabfertigung verlangen. Die BIEK-Studie hat bereits festgestellt, dass das B2C-Paketvolumen international schwächer wächst. Für die nächsten Jahre sei damit zu rechnen, dass "die Wachstumsrate der internationalen Sendungen insgesamt hinter der der nationalen Sendungen zurückbleiben" wird.

Ausführliche Infos: www.biek.de


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