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Neues Verkehrsschild kommt: Ladezone für Paketdienste

Verkehrsschild: Parkverbot in Ladezone
Am 14.06.2024 hat der Bundesrat der Einführung eines neuen Verkehrszeichens für Ladezonen zugestimmt. Der Paketdienst-Branchenverband BPEX freut sich darüber, dass Lieferwagen nicht mehr in zweiter Reihe halten müssen, sofern Kommunen mit dem neuen Schild Ladezonen ausweisen.

BPEX-Vorsitzender Marten Bosselmann erklärt:

»Das neue Verkehrszeichen "Ladezone" enthält ein absolutes Haltverbot analog zum Taxistand. Ausnahmen sollen lediglich für Be- und Entladevorgänge gelten. Der einzige Wermutstropfen ist, dass das Verkehrszeichen nicht ausschließlich die gewerbliche, sondern auch die private Nutzung zulässt.«

Seit 2019 hat der BPEX für das Ladezonen-Verkehrszeichen gekämpft. In Pilotversuchen hatten einige Städte bereits Ladezonen ausgewiesen. Im November 2023 folgte dann unerwartet eine Blockade durch den Bundesrat. Das neue Ladezonen-Schild wurde nicht ins Straßenverkehrsgesetz aufgenommen.

Kritik äußert der Automobilclub ADAC. Ein Sprecher sagte 2019 bei Welt.de, dass für die neuen Ladezonen vorhandener Parkraum zurückgebaut werden müsse. "Das dürfte gerade im innerstädtischen Bereich sehr schwierig werden", so David Neubert vom ADAC.



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Praxisbeispiel: Ladezone in Wiesbaden

So berichtete Paketda im Juli 2022

Bislang wurde das Ladezone-Verkehrszeichen nicht in die Straßenverkehrsordnung (StVO) aufgenommen. Trotzdem hat Paketda-Leser Adrian L. es jetzt in Wiesbaden entdeckt. In der Dotzheimer Straße hinter McDonalds wurden frische Fahrbahnmarkierungen aufgebracht. Es handelt sich eindeutig um das Symbol für gewerbliche Ladezonen.

Ladezonen für Paketdienste
Interessant ist auch die verwendete blaue Farbe. Laut Wikipedia sind solche "blauen Zonen" umstritten, weil laut StVO nur weiße Fahrbahnmarkierungen erlaubt sind. Wahrscheinlich handelt es sich in Wiesbaden um ein Modellprojekt, um die Ladezone auf Praxistauglichkeit zu testen.

Entwürfe für Ladezonen-Beschilderung



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Ladezonen auch in Frankfurt

FNP.de berichtet, dass in Frankfurt am Main mehrere Ladezonen für den Lieferverkehr ausgewiesen werden. Dadurch soll die Verkehrssicherheit erhöht werden, weil Lieferwagen nicht mehr in zweiter Reihe oder auf dem Radweg halten müssen.

Außerdem soll die Lieferzonen digital überwacht werden, um Falschparker fernzuhalten. Sensoren messen die Parkdauer der Fahrzeuge.



Paketdienste fordern eigenes Verkehrsschild für mehr Ladezonen

So berichtete Paketda im April 2019

Mit einer Zickzacklinie und einem neuen Verkehrsschild sollen Parkflächen gekennzeichnet werden, die nur zur gewerblichen Be- und Entladung genutzt werden dürfen. Das fordert der Branchenverband BIEK und erklärt das Konzept auf dieser Website.

Der Verband möchte dadurch das Problem des Zweite-Reihe-Parkens lösen, das sowohl für die Paketzusteller nervig ist als auch für andere Verkehrsteilnehmer, die den parkenden Paketautos ausweichen müssen.

Den Entwurf für das neue Verkehrsschild veröffentlichte die Bundesanstalt für Straßenwesen bereits im Jahr 2007, als das Problem zugeparkter Ladezonen wissenschaftlich untersucht wurde (hier als PDF). In verschiedenen deutschen Städten wurden Modellversuche mit unterschiedlich gekennzeichneten Ladezonen durchgeführt.

Die Autoren der Studie kamen zu dem Ergebnis, dass das bekanntes Verkehrszeichen "Eingeschränktes Halteverbot" nicht den Anforderungen des heutigen Verkehrsgeschehens entspricht. Es wird zu häufig missachtet oder als Erlaubnis zum Kurzparken missverstanden. Dadurch werden Ladeflächen blockiert und stehen gewerblichen Anlieferern nicht zur Verfügung.

Mit einem speziellen Ladezonen-Schild, das an die bekannten Beschilderung für Taxistände angelehnt ist, könnte eine "höhere Befolgungsrate und somit eine 'abschreckende' Wirkung" bei Autofahrern erzielt werden.

Der BIEK-Verband hat einige Politiker gewonnen, die die Initiative unterstützen. So sagt beispielsweise Daniela Ludwig, verkehrspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion: "Ladezonen schaffen den Zustellern einen sicheren Arbeitsraum für sich und ihr Fahrzeug, so dass sie sich auf die Zustellung konzentrieren können, statt sich darum zu sorgen, ob ihr Fahrzeug ein Hindernis ist. Auch andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Radfahrer, sind sicherer unterwegs, wenn nicht in zweiter Reihe geparkt wird."

Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, wird vom BIEK mit dieser Aussage zitiert: "Die Verkehrssicherheit zu verbessern ist für alle Verkehrsteilnehmer von Bedeutung. Besonders aber für Menschen, die im Verkehrsraum arbeiten. Durch geeignete Ladezonen wird die Verkehrssicherheit verbessert, weil Gefahrenanlässe objektiv reduziert werden und andere wesentliche Stressoren wegfallen."

Ausweisung von Ladezonen in Modellversuchen


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