Zollabfertigung bei UPS am Flughafen Köln-Bonn

UPS Köln Bonn

Am Flughafen Köln-Bonn betreibt UPS seit 1986 ein sog. Air HUB, d.h. hier werden Pakete aus anderen Ländern nach Deutschland importiert. In Zusammenarbeit mit den deutschen Zollbehörden wird jedes Paket zolltechnisch abgefertigt. Manchmal genügen dafür schon die elektronischen Begleitpapiere, in anderen Fällen werden Pakete auch geöffnet, um nicht deklariertes oder verbotenes Frachtgut aufzuspüren. Eine Besonderheit des Standorts Köln-Bonn ist die Hauptarbeitszeit zwischen 23 und 3 Uhr. Tagsüber sind die Sortieranlagen nicht in Betrieb, weil die an- und abfliegenden Flugzeuge nur nachts verkehren (mehr als 35 Flugzeuge aus Europa, Amerika und Asien). Für Notfälle werden ständig 2 Ersatzflugzeuge bereitgehalten.

Einer strengen Zollabfertigung unterliegen grundsätzlich alle Pakete aus verdächtigen Ländern wie Iran, Pakistan, Lybien, Südamerika, etc. Auch Pakete von Versendern, die bisher nicht regelmäßig mit UPS verschickt haben, werden genauer begutachtet.

Die elektronischen Sendungsdaten macht UPS dem deutschen Zoll zugänglich, d.h. die Daten zum Absender, Empfänger, Inhalt, Herkunft, etc. können digital eingesehen werden (ähnlich der UPS-Sendungsverfolgung, bloß detallierter). Wenn der Zoll anhand der elektronischen Sendungsdaten beschließt, ein Paket in Augenschein zu nehmen, wird es von den Sortieranlagen ausgeschleust und dem Zoll zugeführt.

Weil der Zoll direkt im UPS-Air-HUB kleine Zollhäuschen betreibt, kann der Paketinhalt direkt vor Ort kontrolliert werden. So entstehen kaum Verzögerungen im weiteren Transportablauf (Expresssendungen werden mit höherer Dringlichkeit bearbeitet). Vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um ordnungsgemäß deklarierte Ware und dem Zoll erscheint der angegebene Warenwert plausibel. Ist dies nicht der Fall, werden vom Empfänger des Pakets weitere Nachweise angefordert (z.B. Rechnung oder Zahlungsnachweis für den Kauf der importierten Ware).

Wie im nachfolgenden Video zu sehen ist, setzt der Zoll auch Spürhunde ein, die zwischen den Pakete herumschnüffeln (Minute 08:25). Hierzu werden die Pakete auf niedrige Fließbänder gepackt und durch die Zollabfertigungshalle transportiert. Desweiteren gibt es Metalldetektoren, um Pakete auf verdächtige Gegenstände zu durchleuchten.

Nachdem ein Paket vom Zoll abgefertigt wurde, gelangt es wieder in die normale Sortieranlagen von UPS. Die Sortieranlage unterscheidet drei verschiedene Sendungsarten. "Normals" sind Pakete bis 70kg, die auf Transportbändern sortiert werden können. "Irregs" werden nicht maschinenfähige Pakete genannt, die besonders sperrig sind und deshalb in einem Behälter transportiert werden. "Smalls" sind Kleinsendungen bis 8 kg. Darüber hinaus gibt es spezielle Sortieranlagen für Dokumentensendungen, die getrennt von Paketen in Plastiksäcken transportiert werden.

Beladung eines UPS Frachtflugzeugs

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