Umstrittener Chef von USPS sichert reibungslose Briefwahl zu

Louis DeJoy ist seit wenigen Wochen Chef der amerikanischen Post USPS und hat durch seinen harten Sparkurs für reichlich Ärger gesorgt. Indem DeJoy (Spitzname "Delay") den Postmitarbeitern Überstunden verbot, Sortiermaschinen und Briefkästen abbauen ließ, wollte er Kosten sparen. Ein starker Nebeneffekt waren jedoch Verzögerungen in der Postzustellung, die sich auch negativ auf die Briefwahl zur US-Präsidentschaftswahl auswirken könnten.

Die Opposition im US-Repräsentantenhaus mutmaßte schon, Donald Trump könnte seinem Großspender DeJoy den Sparkurs eingeflüstert haben, um die von Trump ungeliebte Briefwahl absichtlich zu diskreditieren. Diesem Eindruck treten DeJoy und Trump inzwischen entgegen. Laut Zeit.de unter Berufung auf die New York Times wollen im November beide per Briefwahl abstimmen. Außerdem sagte DeJoy vor einem Kontrollausschuss, dass er in keine Sabotage der Wahl verwickelt sei und alles tun werde, damit Briefwahl-Umschläge pünktlich bearbeitet und zugestellt werden.

Das letzte Wort scheint im Streit um USPS aber noch nicht gesprochen. Laut New York Times soll DeJoy einen Fragesteller des Kontrollausschusses angeschnauzt haben, dass er keine bereits abgebauten Sortiermaschinen wieder in Betrieb nehmen werde. Laut nbcnews.com kündigten die Staatsanwälte von Pennsylvania und Washington an, gegen die Sparmaßnahmen bei USPS zu klagen - unabhängig davon, ob sie jetzt zurückgenommen werden oder nicht.




So berichtete Paketda im Juli 2020

Amerikanische Post spielt wichtige Rolle im US-Wahlkampf

ORF.at beschreibt die aktuell schwierige Situation der amerikanischen Post USPS. Das Staatsunternehmen geriet durch Corona in eine finanzielle Krise, weil die Regierung zunächst Hilfsgelder verweigerte, dann einen neuen Postchef einsetzte und dieser als Sparmaßnahme allen Mitarbeitern Überstunden verbot (Paketda berichtete). Infolgedessen kommt es laut Medienberichten zu regionalen Lieferverzögerungen von 2-3 Tagen.

Diese Verzögerungen könnten eventuell die US-Wahlen im November 2020 beeinträchtigen. Präsident Trump möchte Briefwahl am liebsten verbieten, weil er sie für betrugsanfällig hält. Die Opposition ist dagegen und befürchtet, Trump könnte USPS absichtlich schwächen, um durch die schlechte Lieferqualität einen Grund zu haben, Briefwahlen zu verbieten.

Gestern, am 3.8.2020, soll der Präsident im weißen Haus gesagt haben, USPS sei derzeit mit E-Commerce-Sendungen so stark ausgelastet, dass die Post mit zusätzlichen Mengen an Briefwahl-Stimmzetteln nicht zurechtkommen werde ("I don't think the post office is prepared for a thing like this"). Quelle: triblive.com

Sogar Ex-Präsident Obama hat sich in die Debatte um USPS eingemischt und meint, USPS werde im Vorfeld der Wahl mit "chirurgischer Präzision" untergraben.

Weitere Quellen: edition.cnn.com | www.nytimes.com


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