Niederlande: Paketautomaten frei zur Mitbenutzung / Briefe abends / Porto über 1 Euro


Die niederländische Post ermöglicht im Laufe des Jahres 2023 eine Mitbenutzung ihrer Paketautomaten durch andere Paketdienste. Zurzeit wird eine technische Schnittstelle entwickelt, um Dritten Zugang zu den PostNL-Stationen zu gewähren. Derzeit gibt es 400 Automaten, bis zum Jahr 2025 soll die Anzahl auf 1.500 erhöht werden (Quelle: postnl.nl).

PostNL begründet die Öffnung für Wettbewerber mit einem verbesserten Kundenerlebnis. Trotzdem ist dieser Schritt für einen Marktführer ungewöhnlich. Sind die PostNL-Stationen möglicherweise zu gering ausgelastet? Berichten von nu.nl und delaatstemeter.nl zufolge verlor PostNL in den letzten Jahren zwischen 10 und 15 Prozent Marktanteil u.a. an Wettbewerber DHL.

Ebenfalls ungewöhnlich ist die teilweise Verlegung der Postzustellung in die Abendstunden. Das probiert PostNL in größeren Städten aus. Mit diesen neuen Arbeitszeiten möchte PostNL unter anderem Schüler und Studenten als Arbeitskräfte gewinnen, die abends einige Stunden Post zustellen möchten. Zudem wurden die Einstiegslöhne erhöht und alle befristeten Verträge in Festanstellungen umgewandelt (Quelle: postnl.nl).

Ein Blick aufs niederländische Briefporto: Es steigt am 1. Januar 2023 von 96 Cent auf 1,01 Euro. Das entspricht einer Teuerung von 5 Prozent.

In Deutschland ist das Briefporto bis Ende 2024 festgeschrieben, so dass uns bis dahin keine Erhöhung droht. 2025 könnte die Deutsche Post aber durchaus 1 Euro für einen Standardbrief verlangen. Der Inflationsausgleich für 2022 bis 2024 kann nämlich nachgeholt werden. Außerdem fließt in das Briefporto 2025 die Inflationserwartung für die künftige Genehmigungsperiode ein (vermutlich 2025 bis 2027).

Beispiel: Für 2022 wird in Deutschland eine Inflationsrate von 8% erwartet und 2023 7%. Unterstellt man, dass die Rate in den Folgejahren um jeweils 1 weiteren Prozentpunkt sinkt, läge das deutsche Briefporto 2024 theoretisch bei 98 Cent und 2025 bei 1,04 Euro. Verbraucher sollten das aktuell günstige Porto genießen. Die Wahrscheinlichkeit für 1 Euro pro Standardbrief ab 2025 ist sehr hoch.


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