Paketporto 2021: Keine Preiserhöhung für DHL-Privatkunden, aber Zusatzkosten wegen Brexit

Privatkunden von Deutsche Post DHL müssen zum Jahreswechsel nicht mit Preiserhöhungen rechnen. Das Briefporto ist sowieso bis Ende 2021 festgeschrieben. Und auch das Paketporto bleibt unverändert, wie DHL-Vorstandsmitglied Tobias Meyer mitteilte (Quelle).

Paketda.de hält es für möglich, dass DHL irgendwann im laufenden Jahr 2021 eine Preiserhöhung für Privatkunden vornimmt. Eigentlich wollte DHL nämlich schon in 2020 das Paketporto erhöhen, wurde aber von der Bundesnetzagentur daran gehindert (Paketda berichtete). Der Wille zur Portoerhöhung ist bei DHL also vorhanden; nur der Zeitpunkt ist ungewiss.


Sonderfall: Brexit verursacht höheres Porto nach UK

Die Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien führten bislang zu keinem Abkommen, mit dem die Handelsbeziehungen ab 2021 neu geregelt werden. Vermutlich gilt ab 1. Januar 2021 ein harter Brexit, so dass Grenzkontrollen stattfinden und UK-Pakete vom Zoll abgefertigt werden müssen.

Auf einer Infoseite für Geschäftskunden kündigt DHL an, dass Pakete nach Großbritannien ab 2021 nicht mehr in den Tarif "DHL Paket International EU" fallen. Paketda.de geht davon aus, dass UK-Pakete zukünftig nach der Preisklasse 2 Schweiz oder nach der Preisklasse 3 Restliches Europa abgerechnet werden. Das ist zurzeit aber noch spekulativ.

Preisbeispiel: Per Stand 11/2020 zahlen DHL-Kunden für ein 5kg-Paket innerhalb der EU 15,99 Euro. In der Preisklasse 2 werden 26,90 Euro fällig und in Preisklasse 3 sogar 29,99 Euro. Quelle: www.dhl.de. Pakete nach UK werden also mutmaßlich um mehr als 10 Euro teurer.

DHL weist Geschäftskunden außerdem darauf hin, dass ab 25. Dezember 2020 elektronische Zolldaten für UK-Pakete erforderlich sind. Für Privatkunden gibt es eine solche Vorschrift noch nicht. Es ist denkbar, dass DHL wie bei USA-Paketen vorgeht und für handschriftlich ausgefüllte Paketaufkleber eine Zusatzgebühr berechnen wird (Paketda berichtete). Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald es genauere Infos gibt.



Preisänderungen 2021 für DHL-Geschäftskunden

DHL-Firmenkunden bleiben von höheren Preisen nicht verschont. Für jedes Standardpaket wird ab 1.1.2021 ein CO2-Zuschlag fällig. Zur Höhe hat sich DHL nicht öffentlich geäußert. Außerdem teilte das Unternehmen mit, dass schwere Pakete ab 20kg überdurchschnittlich teurer werden. Grund sind höhere Aufwände in der Sortierung und Handhabung, insbesondere durch Corona-Schutzmaßnahmen. Quelle: DHL-Pressemitteilung

Was ist mit DHL-Expresspaketen? DHL Express Deutschland hat sich bislang nicht per Pressemitteilung zu Preisanpassungen geäußert. Es gibt bloß einen Bericht der DVZ, wonach eine Preiserhöhung um 4,9 Prozent beabsichtigt ist. Die Erhöhung gelte für Deutschland, Österreich und weitere europäische Länder, wie die DVZ von DHL Express erfuhr.

5 Euro Aufschlag wegen Brexit. In einer Pressemitteilung von DHL Express Austria werden ab 2021 Zuschläge für Expresspakete nach Großbritannien angekündigt. Ursache ist der Aufwand für die Zollabfertigung aufgrund des Brexit.

Reuters berichtet unter Berufung auf einen DHL-Pressesprecher, dass der Aufschlag "mindestens fünf Euro pro Express-Sendung" betragen wird.

DHL-Standardpakete von Geschäftskunden werden ebenfalls mit einem Brexit-Zuschlag bepreist. Unterlagen zufolge, die Paketda zugespielt wurden, beträgt der Zuschlag 4,49 Euro für "DHL Paket International" und 7,49 Euro für "DHL Europaket".


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