Wegen Chinatüten: DHL in Ludwigsfelde eröffnet später / Postchef reagiert gelassen auf Porto-Urteil / DPD UK investiert Rekordsumme in Infrastruktur

DHL Paketzentrum in Ludwigsfelde

Wegen Chinatüten: DHL-Paketzentrum Ludwigsfelde eröffnet später

Vor wenigen Tagen gab DHL die Fertigstellung des Rohbaus des Mega-Paketzentrums in Ludwigsfelde bekannt. Damit liegt DHL eigentlich im Zeitplan, denn die Inbetriebnahme war für 2021 geplant. Doch der Start wurde auf 2022 verschoben. Grund ist ein veränderter Innenausbau.

Die DHL-Pressestelle teilte auf Nachfrage der DVZ mit, die Sortiertechnik werde auf "Sendungen aus dem asiatischen Raum" angepasst. Deren Mengen haben sich in den letzten Jahren stetig erhöht.

Chinasendungen sind häufig kleinformatig und in Plastiktüten verpackt. Klassische Sortieranlagen, die auf Kartons ausgerichtet sind, kommen damit nicht optimal zurecht. Deshalb wird DHL in Ludwigsfelde wohl eine vergleichbare Sortiertechnik einbauen wie bereits im IPZ Frankfurt (Paketda berichtete 2019).

Quellen: DVZ-Artikel via Google | DVZ-Artikel via Logistik-Watchblog | Luftbild vom Paketzentrum in hoher Auflösung | DHL Pressemeldung



Postchef reagiert gelassen auf Urteil zum Briefporto

Ende Mai entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, dass die Formel zur Bestimmung des Briefportos unzulässig ist (Paketda berichtete). Das Urteil bezieht sich auf eine alte Formel aus 2015, so dass sich aus dem Urteil keine Unzulässigkeit des aktuellen Briefportos 2020 ergibt. Im weiteren Sinne sind die Porto-Formeln aus 2015 und 2020 aber vergleichbar.

Für Postchef Frank Appel dennoch kein Grund zur Sorge. Laut dpa-Meldung sagte er bei einer Online-Konferenz mit Wirtschaftsjournalisten, dass das Bundesverwaltungsgericht nicht die Höhe des Portos beanstandet habe sondern nur das Berechnungsverfahren.

Aber glaubt Appel wirklich, dass mit einer anderen Portoformel genau das gleiche Ergebnis herauskommt? Wohl kaum. Der Manager bleibt schwammig: "Da muss man eben jetzt sehen, wie der Gesetzgeber damit umgeht. Unser Eindruck ist, dass der Kläger nicht unbedingt Recht bekommen hat, sondern das Bundesverwaltungsgericht auch andere Aspekte gesehen hat."

Frank Appel brachte bei den Journalisten außerdem die kürzlich veröffentlichte Portostudie seines Konzerns ins Gespräch. Demnach liegt das Briefporto in Deutschland "rund 32 Cent niedriger als bei den Nachbarn" in Europa. Die Bundesnetzagentur sieht das anders: nur beim Groß- und Maxibrief ist die Deutsche Post günstiger als ausländische Postfirmen. Beim Standard- und Kompaktbrief liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnittsporto (Paketda berichtete).

Quellen: www.onvista.de | www.handelsblatt.com



DPD UK profitiert stark von Onlineshopping wegen Corona

Das britische Branchenportal postandparcel.info berichtet über enorme Investitionen bei DPD UK. Der Paketdienst wird in diesem Jahr zusätzlich 200 Millionen Britische Pfund (ca. 221 Mio. Euro) für Mitarbeiter, Infrastruktur und Technologie ausgeben.

Dwain McDonald, Chef von DPD UK, sagte laut postandparcel.info: "Wir erleben den größten Boom im Online-Einzelhandel in der Geschichte Großbritanniens. Wir tätigen diese bislang größte Investition in unsere Infrastruktur und unsere Mitarbeiter, um sicherzustellen, dass wir der hohen Nachfrage nach unseren Dienstleistungen weiterhin gerecht werden können."

DPD will in Großbritannien 6.000 neue Mitarbeiter einstellen, u.a. 100 Mio. Pfund in Fahrzeuge investieren und 60 Mio. Pfund in 15 regionale Depots (vermutlich Zustellbasen). Ursprünglich war für 2020 der Bau von nur 5 regionalen Depots geplant.

Der DPD-Chef freut sich aktuell über hohe Zustellquoten, weil viele Menschen zu Hause sind und Pakete annehmen können. Außerdem sei die Verkehrslage besser geworden.

Der britische Premierminister Boris Johnson besuchte DPD im November 2019


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