Amazon-Händler ärgern sich über Prime / Automatisierte Container-Entladung / DHL Freight ohne eigene LKW


Amazon verlängert Lieferzeiten bei "Prime durch Verkäufer"

Verkauft ein Händler Produkte bei Amazon, kann er den Versand entweder von Amazon erledigen lassen, oder er schickt die Ware selber zum Kunden. Verschickt ein Händler seine Waren selber und bietet zusätzlich die Versandart "Prime durch Verkäufer" an, bekommt er von Amazon strenge Vorgaben auferlegt. Der Versand muss beispielsweise mit DPD erfolgen, und bis mittags eingegangene Bestellung müssen taggleich rausgeschickt werden, damit sie am nächsten Tag beim Kunden ankommen.

Shopanbieter.de berichtete im August, dass Amazon die Lieferzeit-Schätzungen einiger Produkte mit "Prime durch Verkäufer" verlängert hat. Die Lieferzeiten werden seitdem "automatisch je nach Kunden- und Verkäuferstandort angepasst". Befindet sich ein Kunde oder Verkäufer in einer Region, die von Amazon als "langsam" eingestuft wurde, werden 2 Tage Lieferzeit angezeigt anstatt wie üblich 1 Tag.

Aus Kundensicht ist das vernünftig, weil niemand einen Liefertermin versprochen bekommen möchte, der in der Realität nicht eingehalten wird. Viele Händler ärgern sich jedoch über die längeren Lieferzeiten, weil sie dadurch Kunden verlieren.

Der Ärger richtet sich auch gegen DPD, weil "Prime durch Verkäufer" ausschließlich per DPD-Versand erfolgen kann. Händler mutmaßen, dass Amazon die Transportdauer intern auswertet und dabei in einigen Regionen eine gewisse Langsamkeit von DPD festgestellt haben könnte.

Gegenüber onlinehaendler-news.de weist DPD diese Vermutung jedoch zurück. DPD halte die 1-tägige Regellaufzeit für "Prime durch Verkäufer" zuverlässig ein. "Die Entscheidung, standortbezogen längere Lieferzeiten in Aussicht zu stellen, liegt demnach nicht an der Leistung von DPD."

DPD weist also jegliche Schuld von sich, bleibt aber eine Erklärung schuldig, warum Amazon verlängerte Lieferzeiten anzeigt.

Quellen: www.shopanbieter.de und www.onlinehaendler-news.de



Österreichische Post nutzt automatisierte Container-Entladung

Das österreichische Startup-Unternehmen PHS hat seit 2015 an einem System geforscht, mit dem LKW-Container "um bis zu 75% beschleunigt" entladen werden können. Die Österreichische Post setzt den inzwischen marktreifen "Rapid Unloader" im Regelbetrieb ein.

Die Paketcontainer müssen mit einem Boden-Förderband nachgerüstet werden (sogenannter Entladeteppich). An den Verladetoren im Paketzentrum ist ebenfalls eine Nachrüstung erforderlich, damit die automatisch herausgeförderten Pakete nicht im Pulk sondern einzeln getrennt aufs Sortierband gelangen.

Das Video zeigt den Einsatz des Rapid Unloaders. Komplett ohne Menschen scheint das System nicht zu funktionieren, weil im Video ein Mitarbeiter am Förderband zu sehen ist. Vermutlich stellt er sicher, dass jedes Paket mit der Strichcode-Seite nach oben zeigt. Gegenüber bisherigen Entladesystemen ist der Rapid Unloader trotzdem eine starke Verbesserung und entlastet die Mitarbeiter von körperlicher Arbeit.



Zum Vergleich die Containerentladung per Hand:

Klassische Paketentladung bei Hermes

Quelle: www.postbranche.de



DHL Freight hat fast keine eigenen LKW

Die FAZ berichtete vor etwa zwei Wochen, dass DHL-Vorstandsmitglied Tim Scharwath im Weihnachtsgeschäft Engpässe bei Lastwagen befürchtet. Die Aussage bezieht sich nur auf die Sparte DHL Freight und nicht DHL Paket. DHL Freight beliefert Geschäftskunden, die große Warenmengen direkt per LKW erhalten. DHL Freight bietet außerdem Bahntransporte an.

"Wo wir mit vorhersehbar hoher Auslastung unterwegs sind, wären eigene Fahrzeuge denkbar, um die Kunden bedienen zu können", sagte Scharwath zur FAZ.

Die Aussage offenbart, dass DHL Freight "fast ausnahmslos" mit fremden Speditionen zusammenarbeitet. Die Spediteure fahren zwar im Auftrag von DHL mit LKW in DHL-Farben umher, aber die Fahrzeuge gehören DHL gar nicht.

Quelle: www.finanznachrichten.de


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