Starke Briefprobleme in Bremen / Hermes will schnelleren Versand anbieten / DHL schränkt Wunschzeit auf dem Land ein

Einige Briefe in Bremen-Arsten monatelang verspätet

Menschen im Stadtteil Arsten (Bremen) erhielten Mitte Juli plötzlich schubweise Briefpost, die bereits im Mai oder Juni abgeschickt wurde. Es gibt sogar einen extremen Fall, bei dem ein am 26. April gestempelter Brief erst am 13.07. zugestellt wurde.

Wie die Zeitung "Weser Kurier" berichtet, soll die Deutsche Post entsprechende Beschwerden über verlorene Briefe nicht ernst genommen haben. Viele Kunden ahnten nicht mal, dass Briefe an sie abgeschickt wurden. Ein Kunde wurde erst stutzig, als er plötzlich Post vom Gerichtsvollzieher aufgrund einer unbezahlten Rechnung erhielt.

"Es gibt kein gutes Beschwerde-Management, man hat keine Chance, jemanden zu finden, der sich wirklich mit dem Problem auseinandersetzt", sagte eine Postkundin zum Weser-Kurier. Die Zeitung konfrontierte daraufhin die Pressestelle der Post mit den verspäteten Briefen. Ein Herausreden war für die Post nicht möglich, weil etliche Fälle von den Betroffenen beweiskräftig dokumentiert wurden. Dementsprechend sprachlos zeigte sich Post-Pressesprecherin Maike Wintjen und gab bloß zu Protokoll, dass man die Schilderungen der Kunden nun überprüfe.

Zuvor hatten die Kunden von der Post lediglich zu hören bekommen, dass es nicht möglich sei, den Weg der Briefe nachzuvollziehen. Ein Schornsteinfeger aus Arsten verschickt seine Rechnungen deshalb mittlerweile mit dem privaten Zustelldienst City-Post.

Quelle: www.weser-kurier.de



Hermes will gegen Aufpeis schnellere Versandarten anbieten

Die Zeitung DVZ hat Teil 2 eines Interviews mit Otto-Vorstandsmitglied Kay Schiebur veröffentlicht. Über Teil 1 berichtete Paketda hier.

In dem fortgeführten Interview kündigt Schiebur eine Differenzierung der Hermes-Versandarten nach Lieferzeit und Lieferort an. Es solle ein "Standard- und ein Premiummodell" geben. Hermes will zusätzlich zum existierenden 24-Stunden-Service weitere besonders schnelle Lieferservices anbieten. Schiebur zur DVZ: "Da haben wir zum Beispiel ergänzende Möglichkeiten über unsere Tochter Liefery, die sehr stark in den urbanen Räumen die Themen Same-Day- oder Next-Day-Belieferung mit späten Cut-off-Zeiten realisiert. Diese Kombination gilt es für uns deutlich zu stärken. Darüber hinaus sehen wir Chancen, im Bereich der Tourenplanung durch den Einsatz von Algorithmen und Schwarmintelligenz eine verbesserte Produktivität zu schaffen."

Das komplette Interview gibt es zum Nachlesen bei www.dvz.de.

Überraschend neu sind die Aussagen von Kay Schiebur übrigens nicht. Schon im April 2018 kündigte Hermes ein Paket-Livetracking an (Paketda berichtete), und seit März 2018 ist bekannt, dass Hermes eine neue Software zur Tourenplanung verwendet. Ein automatisches System soll anhand erfolgreicher bzw. fehlgeschlagener Zustellversuche herausfinden, zu welchen Uhrzeiten welche Empfänger am besten anzutreffen sind (Paketda berichtete).



DHL schränkt Wunschzeit-Service in ländlichen Gebieten ein

Informationen zufolge, die der Paketda-Redaktion vorliegen, wird DHL seinen Wunschzeit-Service ab Oktober 2018 auf Ballungsgebiete fokussieren. In ländlichen Regionen soll angeblich kein 2-Stunden-Lieferzeitfenster mehr buchbar sein, weil dies von Kunden zu wenig nachgefragt werde.

In Städten und Gemeinden mit starker Nachfrage nach Wunschzeit-Lieferungen bietet DHL weiterhin ein 2-Stunden-Zeitfenster zwischen 10 und 21 Uhr an. Voraussetzung zur Buchung ist eine direkte Einbindung des Services in den Bestellprozess des Onlineshops.

Bislang bieten nur wenige Onlineshops die Möglichkeit zur Wunschzeit-Lieferung. Welche das sind, zeigt DHL auf der Website www.dhl.de/zeitfenster. Dort gibt es im unteren Seitenbereich auch eine Excel-Tabelle zum Download mit den verfügbaren Liefergebieten.


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