Elektro-LKW bei DHL Berlin / Gerüchte um Gerdes-Wechsel / GLS-Chef gibt Interview / Neuer Post-Tarifvertrag abgeschlossen

Elektro-LKW bei DHL in Berlin

Elektro-LKW bei DHL in Berlin im Einsatz

In Berlin testen die Sparten DHL Paket und DHL Freight 6 kleine Elektro-LKW für die Zustellung von Sperrgut und Palettenware im Innenstadtbereich. Die Fahrzeuge vom Modell FUSO eCanter (Hersteller: Daimler / Mitsubishi) lassen sich aufgrund ihres kleinen Wendekreises gut rangieren und haben eine Reichweite von ca. 100 Kilometern bei max. 3,5 Tonnen Nutzlast.

DHL hat die Fahrzeuge für 2 Jahre geleast, um sie im Alltag zu testen. Das erste Fazit von Zusteller Manuel Schindelhauer fällt positiv aus: "Ich habe das Gefühl, ich fahre einen Pkw", weil der LKW auch voll beladen einen starken Antrieb aufweist. Die Ladesäulen befinden sich am Post-Standort Berlin-Tempelhof.

Quelle: DHL Pressemitteilung



Handelsblatt spekuliert über Gründe für Gerdes-Wechsel

Handelsblatt-Redakteur Christoph Schlautmann hat sich im Umfeld der Deutschen Post umgehört und ein paar Gerüchte zum Wechsel des Vorstandsressorts von Jürgen Gerdes aufgeschnappt (Bericht hier). Offiziell wurde die Personalie damit begründet, dass Jürgen Gerdes technologische Innovationen im Postkonzern vorantreiben soll (Paketda berichtete), wie zum Beispiel die Entwicklung des elektrisch angetriebenen Streetscooter-Lieferwagens.

Schlautmann schreibt, dass nach Bekanntgabe von Gerdes' Wechsel "ungenannte Quellen" die Meldung verbreiteten, der Streetscooter könnte möglicherweise als eigenes Unternehmen an die Börse gehen. Dies kommentiere ein Bankanalyst gegenüber dem Handelsblatt nun mit den Worten: "Eine hundertprozentige PR-Aktion."

Angeblich habe ein "folgenreiches Zerwürfnis im Vorstand" dazu geführt, dass Gerdes ein neues Aufgabengebiet angeboten wurde. Unter Berufung auf "hohe Post-Manager" soll Gerdes "mit fragwürdigen Personalaktionen mehrfach im Vorstand angeeckt" sein. Unbestätigten Meldungen zufolge habe er befristete Arbeitsverträge taktisch hintereinandergereiht, durch einige weitere "Verfehlungen in der Personalpolitik" viele Freunde verloren und schließlich keinen Rückhalt mehr beim Vorstandsvorsitzenden Frank Appel sowie beim Aufsichtsratsvorsitzenden Wulf von Schimmelmann gehabt.

Gegenüber dem Handelsblatt wollte die Deutsche Post DHL Group die Spekulationen nicht kommentieren. Insofern bleibt unklar, wie viel von den Gerüchten tatsächlich wahr ist.



GLS-Chef: Haben massive Systemüberarbeitungen vorgenommen

Im Interview mit der Zeitung DVZ wurde GLS-Chef Rico Back unter anderem zu den Themen Subunternehmer und Sozialstandards befragt. Laut Back habe GLS "massive Systemüberarbeitungen vorgenommen", um Mitarbeiter zu entlasten. Die Maßnahmen seien folgende:

  • Kürzere Fahrtstrecken durch zusätzliche Depots
  • Auf Einhaltung der Arbeitszeiten wird geachtet
  • Einstellung zusätzlicher Mitarbeiter für Vor- und Nachbereitung
  • Subunternehmer dürfen keine selbstständige Fahrer beschäftigen

Unklar ist, wann genau diese Maßnahmen umgesetzt wurden, denn noch im Dezember 2017 kam es ja zu einer Razzia bei GLS in Alsdorf. Und ähnlich wie bei Hermes-Razzien traten auch bei GLS Missstände zutage.



Neuer Tarifvertrag zwischen Post und Verdi vereinbart

Nach einem mehrheitlich positiven Votum von insgesamt 50.647 befragten Gewerkschaftsmitgliedern hat Verdi das von der Deutschen Post vorgelegte Tarifangebot angenommen. Regionale Streiks, wie sie z.B. in Berlin stattfanden, sind damit vom Tisch. Der jetzt abgeschlossene Tarifvertrag mit mehrstufigen Lohnerhöhungen von 3,0 und 2,1 Prozent läuft bis zum 31. Mai 2020. Quelle: dpdhl.com.

In einem Artikel bei eurotransport.de merkt Autor Carsten Nallinger an, dass der Tarifvertrag nicht die in DHL-Delivery-Gesellschaften ausgegliederten Mitarbeiter betreffe sondern nur direkt beim Post-Konzern angestellte Mitarbeiter. "Die Paketzusteller mit Delivery-Vertrag gehen nämlich leer aus", so Nallinger.

Für die DHL-Delivery-Gesellschaften gelten regional unterschiedliche Tarifverträge für das Verkehrs- und Transportgewerbe, die separat ausgehandelt werden (wie z.B. im Dezember 2017 für Hessen, vgl. hessen.verdi.de).


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