Paketzentrum in Hagen wird erweitert / Paketdienst-Aktionäre fürchten Amazon / Ärger über Fluglärm in Leipzig


Paketzentrum in Hagen wird erweitert

Die Westfalenpost berichtet über eine beabsichtigte Erweiterung des DHL-Paketzentrums in Hagen. Die bisherige Sortierhalle soll allerdings nicht vergrößert werden, es geht lediglich um zusätzliche Stellplätze für LKW-Container (sog. Wechselbehälter).

DHL-Pressesprecher Alexander Böhm sagte zur Westfalenpost, dass die Anzahl der in Hagen bearbeiteten Pakete seit 2014 um 31,5 Prozent gestiegen sei und deshalb mehr Platz benötigt werde. An durchschnittlichen Tagen werden in Hagen ca. 100.000 Pakete sortiert. Für die Erweiterung der Rangierflächen kauft DHL ein 3700 Quadratmeter großes Grundstück von der Stadt Hagen. Das Grundstück zählt zwar zu einem Landschaftsschutzgebiet, aber weil dort keine bedrohten Tierarten leben, wird wohl in Kürze eine Baugenehmigung erteilt.



Eigener Paketdienst geplant: Macht es Amazon wie einst Hermes?

Große Aufregung an den Börsen: Nachdem das Wallstreet Journal am 9. Februar berichtete, dass Amazon sein Logistiknetzwerk in Los Angeles testweise für Dritte öffnen will, drehten die Aktienkurse von UPS (-4,5%), Fedex (-5,3%) und Deutsche Post (-1,2%) ins Minus.

Für die Aktionäre mag der Schritt von Amazon überraschend kommen, aber die Manager der Paketdienste haben das Szenario wohl erwartet. Amazon verfügt schließlich seit vielen Jahren über eigene logistische Infrastruktur, die bislang aber nur für Amazon-Bestellungen genutzt wird. In Zukunft sollen auch fremde Versandhändler (keine Privatpersonen) ihre Pakete mit Amazon verschicken können. Einen ähnlichen Service bietet Amazon derzeit schon mit FBA "Fulfillment by Amazon" an.

Für FBA müssen die verkauften Produkte allerdings bei Amazon gelagert werden. Beim neuen Service namens SWA "Shipping with Amazon" können Versandhändler ihre eigenen Lager behalten und die Pakete weiterhin selbst verpacken. Lediglich der Versand erfolgt mit Amazon; also wie bei einem klassischen Paketdienst.

Hermes wurde in den 1970er Jahren übrigens ähnlich aufgebaut, wie Amazon heute vorgeht: Zunächst arbeitete Hermes mit einem etablierten Logistiknetzwerk zusammen (Werner Velbinger Organisation) und wickelte anfangs ca. 25% des Paketaufkommens von Otto ab. Dieser Anteil wurde im Laufe der Jahre gesteigert, und ab 1978 konnten schließlich auch externe Geschäftskunden ihre Pakete mit Hermes verschicken. Bis in die 90er Jahre hinein waren Fremdkunden für Hermes eher ein Randgeschäft, weil es mit den Otto-Paketen schon genug zu tun gab.

Interessant: Zusteller, die für Amazon Logistics unterwegs sind, erhalten einen Scanner mit vorgeplanter Auslieferroute. In einer Stellenanzeige heißt es außerdem, dass sich die Sendungen "bereits vorsortiert in Ihrem Wagen" befinden. Bei Hermes erhielten die Zusteller 1971 ebenfalls vorsortiert beladene Fahrzeuge. "Allerdings stellte Hermes bei Kontrollfahrten fest, dass die Fahrer ihre Pakete 'heimlich' individuell sortierten - daraufhin übertrug man ihnen diese Aufgabe zur Gänze." (Quelle: Hermes Unternehmenschronik)



Bürger ärgern sich über Fluglärm am Flughafen Leipzig

In der Leipziger Internet Zeitung (L-IZ) erschien ein Artikel über den zunehmenden Fluglärm am Flughafen Leipzig-Halle. Außerdem wird auf eine Passage im neuen Koalitionsvertrag verwiesen, wonach die Frachtfluglanderechte in Leipzig erweitert werden sollen. Der Autor des Artikels merkt an, dass in Leipzig schon seit 2004 Frachtflugzeuge rund um die Uhr ohne Einschränkungen starten und landen dürfen. Diese Regelung sei wichtig gewesen, um die Ansiedlung von DHL Express in Leipzig zu fördern.

Die nochmalige Ausweitung der Landerechte könnte sich laut L-IZ auf Landungen "in jede Richtung und mit jeder Turbine" beziehen. Kritisiert wird, dass eine eigentlich nur für kleine Maschinen und für Ausnahmefälle gedachte Flugroute namens "kurze Südabkurvung" immer häufiger genutzt wird. Das verursache in der Leipziger Südvorstadt enormen Fluglärm, so dass "in Connewitz die Wände wackeln".

Eine von Bürgern initiierte Petition gegen die kurze Südabkurvung wurde bislang von der Politik ignoriert. Gegenüber der Leipziger Volkszeitung sagte der Chef der Fluglärmkommission Leipzig/Halle im Juni 2017: "Wir befassen uns mit der kurzen Südabkurvung nicht mehr", weil es sich grundsätzlich um eine vollwertige (rund um die Uhr) und genehmigte Abflugroute handele.


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