Hermes-Chef regt an: Kunden sollten nicht mehr versandkostenfrei einkaufen

Der Europa-Chef von Hermes, Hanjo Schneider, hat der Zeitung "Die Welt am Sonntag" ein Interview gegeben, in dem er die für Kunden kostenfreien Lieferungen im Versandhandel moniert. "Nach dem Motto: Was nichts kostet, das ist nichts wert, halte ich es für einen Fehler, für das Versenden von Retouren kein Geld zu verlangen", wird Schneider in der Welt zitiert. Ebenso sei Schneider kein Freund einer "generellen Versandkostenbefreiung". Stattdessen würde er es begrüßen, wenn mehr Onlineshops ihren Kunden für den Hin- und Rückversand von Paketen die entstehenden Kosten berechnen würden.

Der Hermes-Chef will damit offenbar die Wertschätzung für den Pakettransport steigern. Würden Lieferungen kostenpflichtig sein, hätte das möglicherweise ein ressourcenschonenderes Bestellverhalten einiger Kunden zur Folge, indem z.B. anstelle vieler Einzelbestellungen eine größere Sammelbestellung aufgegeben wird oder indem nicht mehrere Größen eines Kleidungsstücks zur Anprobe bestellt werden, sondern gleich die passende Größe.

Ab 2015 wird Hermes allen Zustellern den Mindestlohn zahlen. Gleichzeitig prognostiziert der Hermes-Chef einen noch härteren Konkurrenzkampf mit dem Marktführer Deutsche Post DHL. Schneider zufolge ermittelt derzeit das Kartellamt gegen die Post wegen "Verdachts des Preisdumpings".

Die Paketda-Redaktion meint: An den kostenlosen Lieferungen vieler Onlineshops wird sich trotz des Appells des Hermes-Chefs nichts ändern. Denn letztendlich entscheidet jeder Versandhändler selbst, ob er die Kosten für den Versand an Kunden weiterberechnet oder nicht. Paketdienste wie Hermes transportieren kein Paket kostenlos, weder Hin- noch Rücksendungen. Ist eine Lieferung für den Kunden kostenlos, trägt der Händler die entsprechenden Kosten. Hermes wird also auch in Zukunft an jedem Paket Geld verdienen - egal, ob dafür der Endkunde bezahlt oder der Händler.


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