DHL-Geschäftsbericht: Briefe und Pakete etwas langsamer, Chinabriefe rückläufig

DHL-Geschäftsbericht 2020
DHL hat den Geschäftsbericht für 2020 veröffentlicht (hier auf www.dpdhl.com). Einige interessante Zahlen und Aussagen fassen wir nachfolgend zusammen.

Die Briefzustellung im Zeitraum E+1 hat sich verlangsamt. E+1 bezeichnet die Zustellung einen Werktag nach dem Absenden. Im Jahresdurchschnitt 2020 wurden 89% der Briefe innerhalb dieser Frist zugestellt. Gesetzlich gefordert sind 80%. Im 3. Quartal 2020 soll die Quote bei 85,4% gelegen haben (Paketda berichtete).

  • 2020: 89%
  • 2019: 92%
  • 2018: 93%
  • 2017: 93%

Im Paketbereich hat sich die E+1-Quote ebenfalls verschlechtert. Doch angesichts des enorm gestiegenen Paketaufkommens liegt die Quote trotzdem auf einem guten Niveau.

  • 2020: 80%
  • 2019: 83%
  • 2018: 82%
  • 2017: 84%

So viele Pakete bearbeitet DHL durchschnittlich an einem Werktag:

  • 2020: 5,9 Mio.
  • 2019: 5,2 Mio.
  • 2018: 5,0 Mio.
  • 2017: 4,6 Mio.

Die Briefmengen sinken von Jahr zu Jahr. Durch Corona hat sich dieser Trend beschleunigt, weil Unternehmen in 2020 deutlich weniger Werbepost verschickt haben. Pro Werktag bearbeitete Briefe:

  • 2020: 49 Mio
  • 2019: 55 Mio.
  • 2018: 57 Mio.
  • 2017: 59 Mio.

Der internationale Versand wird auf Seite 39 des Geschäftsberichts wie folgt beschrieben:

"Das Importgeschäft mit Briefen wurde im Berichtsjahr maßgeblich durch sinkende Mengen aus China geprägt, erfuhr aber auch deutliche Rückgänge der Mengen aus Europa aufgrund von pandemiebedingten Einschränkungen. Der Import von Paketen hingegen wuchs im Jahresverlauf deutlich. Der Export von Waren und Dokumenten nach Europa und in den Rest der Welt entwickelte sich unterschiedlich: Während sich der Rückgang von Dokumentensendungen weiter beschleunigte, übertraf die Anzahl warentragender Sendungen vor allem in europäische Zielländer das in Deutschland erzielte Wachstumsniveau."

Die Anzahl der Briefkästen in Deutschland lag in den Vorjahren konstant bei 110.000. Im Geschäftsbericht 2020 zählt die Deutsche Post nur noch 109.500 Briefkästen; es wurden also 500 abgebaut.

Auf Amazon als neuen Wettbewerber geht DHL im Geschäftsbericht kaum ein. Auf Seite 17 heißt es bloß vage, dass "Online-Händler bzw. Marktplatzbetreiber ... die Zustellung eines Teils der Sendungen über eigene Zustellorganisationen" erledigen. Der Paketmarkt unterliege dadurch "strukturellen Veränderungen".

Als "mittleres Risiko" stuft die Post die Klagen des Paketdienstverbands BIEK gegen die Briefporto-Berechnungsformel ein (Paketda berichtete). Auf Seite 68 des Geschäftsberichts heißt es:

"Etwaige für die Deutsche Post negative Auswirkungen der vorliegenden Urteile, der Änderung des Regulierungsrahmens sowie der laufenden Klageverfahren auf bestehende Entgeltgenehmigungen oder zukünftige Entgeltregulierungsverfahren können derzeit nicht ausgeschlossen werden und stellen nach aktueller Einschätzung ein Risiko mittlerer Bedeutung dar."


Abschließend ein Blick in die sogenannte Anteilbesitzliste des Postkonzerns (hier als PDF). Dort sind alle Tochtergesellschaften aufgelistet, die die Deutsche Post weltweit hat. Im Abschnitt zu DHL Express fällt auf, dass DHL Express (UK) Limited in 2020 ein negatives Geschäftsergebnis erwirtschaftet hat, während alle anderen Express-Tochtergesellschaften schwarze Zahlen schrieben. Die Ursache dafür ist unbekannt.


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