Interessantes aus der DHL-Kapitalmarkt-Präsentation

Die von der Deutschen Post DHL Group veröffentliche Präsentation anlässlich des "Capital Markets Day" 2018 enthält auch abseits der geplanten Portoerhöhung 2019 einige interessante Themen. Die Präsentation ist unter dpdhl.com abrufbar. Nachfolgend ein paar Ausrisse:

Seite 5: E-POST
In 2017 wurden mehr als 1,1 Millionen E-POST-Briefe verschickt. Das entspricht 7% der gesamten Briefmenge. Die Post habe damit mehr als 600 Millionen Euro eingenommen. - Das ist erstaunlich viel, weil der E-POST-Brief gefühlt wenig Akzeptanz in der deutschen Bevölkerung findet. Vermutlich hat die Deutsche Post auch solche E-POST-Briefe mitgezählt, die vom Absender zwar digital eingeliefert wurden, dann aber von der Post ausgedruckt und klassisch zugestellt wurden.

Seiten 10 + 11: Sinkende Briefmengen, steigende Paketmengen
Im Vergleich der Jahre 2010 und 2017 sind die Briefmengen um 14 Prozent zurückgegangen und die Paketmengen um 68 Prozent gestiegen. Auffallend ist, dass sich im gleichen Zeitraum der "Revenue mix" nur um 12 Prozent vom Brief- zum Paketgeschäft verschoben hat. Weil Briefe pro Stück viel weniger Porto als Pakete kosten, wäre bei einer so starken Mengenverschiebung eigentlich eine stärkere Verschiebung der Erlösanteile zu erwarten.

Offenbar ist das Paketgeschäft aufwändiger als das Briefgeschäft, so dass die Erlöse nicht im gleichen Maße wie die Sendungsmengen steigen. In der Präsentation wirft Deutsche Post DHL deshalb wohl auch selbst die Frage auf: "How to manage costs in light of these diverging trends?"

Seite 13: Landkarte
Die Deutsche Post erklärt die Kostenvorteile der sog. Verbundzustellung ("Joint Delivery"), also die gleichzeitige Brief- und Paketzustellung durch einen Boten. Dieses Modell wird in ländlichen Regionen angewendet, wohingegen in Städten Brief- und Paketzusteller getrennt unterwegs sind ("Dedicated Mail or Parcel Delivery").

Zur Veranschaulichung befindet sich in der Präsentation auf Seite 13 eine bunt gefärbte Landkarte (vgl. Grafik). Demnach zeigt die Karte, in welchen Regionen es die Verbundzustellung (Gelb/Grün) gibt und in welchen Regionen die Getrenntzustellung (Violett/Braun).

Merkwürdig ist, dass die Farben in der Karte nur teilweise in der Legende erklärt sind. In der Legende fehlen Rot und Orange. Hell- und Dunkelviolett wurden in einem einzigen Violett zusammengefasst. Irgendwie erweckt die Legende den Eindruck, nicht zur Karte zu passen. Vielleicht zeigt die Karte gar nicht die Verbundzustellung sondern das Sendungsaufkommen je Region?

Landkarte Verbundzustellung

Seite 14: Automatisierung
97% der Standardbriefe werden maschinell sortiert. Bei Groß- und Maxibriefen sind es ca. 67% und bei Paketen 98%. DHL erprobt den Einsatz neuer Systeme, um Pakete automatisch aus LKW-Containern zu entladen ("unload trucks automatically, e.g. bulk processing").

Seite 44: DHL Express
Ein Schwachpunkt von DHL Express ist die sog. letzte Meile. Unter dem Stichpunkt "Residential delivery to private households" (Belieferung privater Haushalte) gibt es einen roten Pfeil nach unten. Immerhin: DHL Express hat den Schwachpunkt identifiziert und will den Zustand verbessern.

Grafik DHL Express: Belieferung privater Haushalte


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