Land NRW prüfte Paketdienste: 60% der Fahrer arbeiten zu lange

Wie aus einer Mitteilung des Arbeitsministeriums in Nordrhein-Westfalen hervorgeht, wurden im Rahmen einer groß angelegten Untersuchung von Paketdiensten schwere Verstöße gegen Arbeitsschutz-Bestimmungen festgestellt. Es wurden insgesamt 415 Fahrer in 22 unterschiedlichen Paketzentren kontrolliert. 60 Prozent von ihnen verstießen gegen die Einhaltung des Arbeitszeitgesetzes - sprich: sie arbeiteten viel zu lange. 35 Prozent führten sogar überhaupt keine oder unvollständige Arbeitszeit-Unterlagen mit sich.

Desweiteren wurde festgestellt, dass 64% der kontrollierten Paketdienste ihren Mitarbeitern das Vorsortieren und Verladen von Paketen nicht als Arbeitszeit anrechnen. Die Mängelquote sei bei den Paket- und Kurierdiensten "erheblich höher als allgemein im Gütertransportgewerbe", so das Arbeitsministerium.

Weil in der Paketbranche häufig Subunternehmen eingesetzt werden, sind die Paketdienste für die Arbeitszeit-Verstöße bislang schwer haftbar zu machen. Der Arbeitsminister von NRW, Guntram Schneider, kündigt deshalb an: "Ich werde eine Rechtsänderung anstoßen, damit künftig auch die großen Paketdienstleister unmittelbar in die Mitverantwortung genommen werden können, wenn sie Subunternehmen beschäftigen."

Die Gesamtuntersuchung der Paketdienste werde erst zum Jahresende 2014 abgeschlossen, so das Ministerium. Denn zurzeit finden noch Betriebskontrollen bei solchen Paketdiensten statt, deren Fahrer gegen die Arbeitszeiten verstoßen haben. Es können Bußgelder oder behördliche Anordnungen verhängt werden, um die gravierenden Missstände zu ahnden.


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