Suchergebnis für »Zu meiner √úberraschung musste ich einfuhrabgaben«

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Ich habe vorhin ein Päckchen aus der Filiale abgeholt. Zu meiner Überraschung musste ich Einfuhrabgaben in Höhe von 19 % bezahlen, zzgl. der "beliebten" Auslagepauschale.

Foto vom "Päckchen" (typischer Pappumschlag):
https://imgur.com/a/EJUAu9S

Das Päckchen und die Rechnung erscheinen in mehrfacher Hinsicht rätselhaft:
- Die R√ľcksendeadresse ist in UK
- Verschickt wurde das P√§ckchen aber √ľber die franz√∂sische La Poste
- enthalten war ein Buch (Roman), das offensichtlich die Kriterien f√ľr den "erm√§√üigte Mehrwertsteuersatz" erf√ľllt
-> daraus resultiert, dass selbst wenn das Päckchen unverzollt aus UK versendet worden sein sollte, wären nur rund 75 Cent Einfuhrumsatzsteuer fällig - also weniger als die Bagatellgrenze.

Der Händler sitzt in UK und hat bei der Bestellung die deutsche Steuer bereits berechnet.
Das Päckchen wurde nicht geöffnet.

Welche Vorgehensweise w√ľrden Sie empfehlen, um die scheinbar unrechtm√§√üig erhobenen Angaben anzufechten? | Anonym | 06.11.2021

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Vielen Dank f√ľr Ihre R√ľckmeldung. Ich hoffe, dass Sie die zugesagte Erstattung erhalten werden.

Dass der Versand der Lieferung nach 1.7. erfolgte, hatte ich auf dem CN22 Forumlar gesehen. Vielen Dank nochmal, f√ľr die Information, dass auch die Bestellung nach dem 1.7. erfolgte.

The Book Depository hat die Zolldeklarationsprozesse, die seit 1.7. eingehalten werden m√ľssen, nicht eiongehalten, mal abgesehen von den anderen Fehlern, die in der Zolldeklaration vorliegen.

• Dayoke antwortet: Bestellt wurde das Buch im Oktober, also weit nach dem Stichtag 1.7.

• Dayoke antwortet: Der Support vom Verk√§ufer (Book Depository) hat nach Zusendung des (unzensierten) Fotos die umgehende Erstattung der Kosten zugesichert - inklusive der DHL-Auslagenpauschale.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Sehr vielen Dank √ľbrigens f√ľr die Bereitstellung des Photos des Pakets mit den Formularen und Aufklebern. So war eine ausf√ľhrliche Analyse m√∂glich, und zuk√ľnftige F√§lle k√∂nnen damit auch besser eingesch√§tzt werden.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Ich habe mir das Formular CN22 auf dieser Sendung nun einmal genauer angeschaut:

The Book Depository Ltd.UK hat auf dem Formular CN22 als irgendeine *) Nummer 1901.99 angegeben.
Die richtige Zolltarifnummer f√ľr B√ľcher lautet aber 49011000.
Die Zolltarifnummer 190199 existiert in der EU nicht.
Fraglich ist, ob 1901.99 √ľberhaupt eine Zolltarifnummer darstellen soll.
Aus diesem Grunde wurden 19% EuSt berechnet, und nicht 7%

*) Das Feld HS-Code / Tariffcode in deren verwendeten Formular fehlt CN22 komplett.

Zudem ist auf dem durch den Händler verwendeten CN22 Formular die Möglichkeit, das Feld "Sale of Goods" anzukreuzen nicht vorhanden. Eine Kennzeichnung als "Other" ist erfolgt. Bei IOSS Sendungen muss die Zolldeklaration jedoch immer als "Sale" und nicht als "Other" erfolgen. Diese falsche Kennzeichnung sagt aus, dass der Verkäufer die Sendung nicht elektronisch als IOSS Sendung mit vorausbezahlter Steuer deklariert hat und es somit folglich zu einer Berechnung der Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19% an Sie kommen musste.

Das verwendete Formular CN22 ist veraltet und stammt aus einem IT-System, welches f√ľr vorausbezahlte Steuern mittels IOSS System √ľberhaupt nicht geeignet ist.

Der Verk√§ufer scheint mit den notwendigen Abl√§ufen der korrekte Zolldeklaration f√ľr Versand von B√ľchern ins Ausland grundlegend nicht vertraut zu sein. Dieses ist sehr negativ √ľberraschend, da The Book Depository Ltd.UK ein sehr gro√üer Anbieter ist, der zudem noch Teil der Amazon Firmengruppe ist.

Da der Verk√§ufer mehrfache Fehler in der Zolldeklaration begangen hat (falsche Kennzeichnung "Other" statt "Sale", fehlende elektronische IOSS Deklaration und keine Zolltarifnummer f√ľr B√ľcher), w√§re nach offiziellen Regelungen mehrere Reklamationsschritte in festgelegter Reihenfolge bei H√§ndler und Zoll notwendig (mehrere Anpassungen der Reihe nach). Da die Deklaration v√∂llig falsch erfolgt ist seitens des Absenders, sind die Erfolgsaussichten bei einer Reklamation beim Zoll auch fraglich, zumal m√∂glicherweise Bagetellbeitr√§ge nicht erstattet werden.

Eine vollst√§ndige Erstattung der Einfuhrumsatzsteuer durch den deutschen Zoll ist rechtlich nicht m√∂glich, da der Absender die elektronische √úbermittlung der IOSS Nummer an den Versanddienstleister unterlassen hat. Daher w√§re nur eine Teilerstattung m√∂glich, wenn √ľberhaupt. (Aufgrund der falschen Angaben auf dem CN22 Formular ist dieses vielleicht gar nicht m√∂glich)

Hinzu kommt: DHL wird die 6 EUR Auslagepausche nicht erstatten, da der Absender die Sendung völlig falsch deklariert hat und der Fehler nicht auf seiten des Zolls oder bei DHL lag. DHL und Zoll haben völlig richtig gehandelt.


Mein Rat daher in diesem Fall:

Auf der Webseite von bookdepository.com steht u.a. folgendes:
"The prices on our website and what you pay at checkout is the final price. You will not have to pay any additional charges or fees at delivery. If your order is for delivery to the EU and you do receive a charge or fees at delivery please contact us and our Customer Service team will be able to resolve this for you."

Fragen Sie bei The Book Depository Ltd.UK nach einer kompletten Erstattung aller Ihrer entstandenen Zusatzkosten inkl. der Auslagepauschale von 6 EUR. Die Ursache dieser Zusatzkosten liegt zu 100% auf der Seite des Verkäufers.

Gerne erhalten wir hier R√ľckmeldung im Forum, ob der H√§ndler Ihnen diese gesamten Kosten erstattet.

Falls der Verk√§ufer nicht den kompletten durch Sie an DHL bezahlten Betrag erstattet, rate ich dringend davon ab, zuk√ľnftig Bestellungen bei Bookdepository zu t√§tigen.

• Dayoke antwortet: Beim Verk√§ufer handelt es sich um "The Book Depository Ltd.UK". Ein gro√üer und bekannter H√§ndler, der zum Amazon-Konzern geh√∂rt und mit kostenfreiem weltweiten Versand wirbt.

• Paketda-Redaktion ^ck antwortet: Es handelt sich um eine Sendung, die √ľber Asendia verschickt wurde. Dieses ist eine fast weltweit t√§tige Tochtergesellschaft von La Poste und Swisspost. Daher ist es normal, dass die Sendung eine franz√∂sische Sendungsnummer und eine franz√∂sische Frankierung tr√§gt, obwohl die Sendung in UK abgeschickt wurde. Die postalische Herkunft dieser Sendung ist trotzdem UK.

Der Händler hat beim Versand leider gleich zwei Fehler gemacht, warum Sie zahlen mussten:
1) Er hat keine g√ľltige Zolltarifnummer f√ľr B√ľcher auf der Zolldeklaration der Sendung angegeben, daher wurden 19% EUSt. berechnet, und nicht 7% zugrunde gelegt. Die Angabe einer g√ľltigen Zollrarifnummer bei Verk√§ufen in die EU ist Pflicht, damit erm√§√üigte EUSt.-S√§tze vom deutschen Zoll anerkannt werden k√∂nnen.
2) Er hat wahrscheinlich die EU IOSS Steuernummer nicht elektronisch an Asendia gemeldet. Dieses ist aber Voraussetzung, dass eine bereits beim H√§ndler bezahlte EU MwSt. vom Zollamt in der EU anerkannt werden kann. Ein Widerspruch beim Zoll auf komplette R√ľckzahlung der Importsteuer w√ľrde somit nicht anerkannt werden.

Um welchen Händler handelt es sich? Es gab hier im Forum schon weitere Beiträge mit anderen Buchbestellungen aus UK, bei denen MwSt doppelt berechnet wurden. Es ist somit anzunehmen, dass bestimmte Buchhändler aus UK systematische Fehler bei der Zolldeklaration der Bestellungen zu begehen.

Die vorherige Antwort, dass der deutsche Zoll die EuSt komplett zur√ľckerstatten kann aufgrund der H√§ndlerrechnung, in der die gezahlte MwSt ausgewiesen ist, ist falsch. Eine R√ľckerstattung ist nicht rechtlich m√∂glich, wenn der Absender die elektronische √úbermittlung der IOSS Nummer an den Versanddienstleister unterlassen hat. Ich gehe in diesem Fall starkt davon aus, dass der H√§ndler die IOSS Nummer nicht elektronisch an Asendia √ľbermittelt hat.

Dem H√§ndler scheinen die korrekten zollrechtlichen Abl√§ufe f√ľr Versand in die EU nicht bekannt zu sein.

H√§tte der H√§ndler in Ihrem Fall nur einen der beiden Fehler gemacht, h√§tten Sie nicht zahlen m√ľssen. Es ist aber umso schlimmer, dass der H√§ndler bei der Deklaration gleich zwei Fehler gemacht hat.

Zum Reklamationsablauf werde ich heute Abend antworten, da der Händler gleich mehrfache Fehler gemacht hat, ist eine Reklamation nicht so einfach und die Formulierung einer korrekten Antwort etwas aufwendiger.

• Naqavo antwortet: Warum soll der gelbe Aufkleber ein Widerspruch sein? Der QR-Code f√ľhrt nur zu einem Formular bei DHL, wo man den Abgabenbescheid anfordern kann.

• fc antwortet: Auf dem Bild ist oben ja ein gelbe Sticker zu sehen, welcher auf den Widerspruch hinwei√üt.
Aus den √ľber den qr code verf√ľgbaren Verzollungsunterlagen entnimmt man in der Rechtsbehelfsbelehrung das zust√§ndige Zollamt.
An dieses kann man dann ein Widerspruchsschreiben (Muster online nachgoogelbar) z.B per Email, mit Anhang der Einfuhrsteuerrechnung sowie der Händlerrechung, woraus der Inhalt ersichtlich ist bzw. das schon gezahlt wurde, schicken.
Dann sollte man, solange falsche Angaben berechnet wurden, diese zur√ľckerstattet bekommen.

• Lumopo antwortet: Am einfachsten ist es, wenn Du Book Depository nach einer Erstattung Deiner Kosten fragst. Ob und in welcher H√∂he die das machen, ist nat√ľrlich dahingestellt.



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