NDR Bericht über Schliessung eines Paketshops in Großhansdorf bei Hamburg.

  • Geschäft lohnt sich nicht: Letzter DHL-Shop in Großhansdorf gibt auf

    Stand: 12.03.2024 20:20 Uhr

    Mehr Kunden und mehr Verdienst - das verspricht die Post ihren Partnershops. Für viele Shops heißt es eher: viel Arbeit und wenig Verdienst, deshalb gibt Jean Dreifke aus Großhansdorf seinen Shop jetzt auf.


    NDR Filmbericht über die Schliessung eines Paketshops in Großhansdorf

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    Jan Ladendorf

    23689 Pansdorf

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  • Das ist eine Partnerfiliale, kein Paketshop.

    Aber gut, Umgangssprache und so...


    Das Problem ist nicht der steigende Mindestlohn, sondern seit vielen Jahren stagnierende Provisionen.

    Es ist rechnerisch unmöglich eine Partnerfiliale profitabel zu betreiben.


    Nehmen wir mal ein unrealistisches Beispiel in dem von Anfang bis Schluss Kunden Schlange stehen, alle geben ungefähr zu gleichen Teilen Retouren ab und kaufen Paketporto, erbringen also eine durchschnittliche Provision von 30 Cent. Keine Problemkunden die der Partnerfiliale mit irgendwas in den Ohren liegen wofür sie nicht zuständig ist, keine Briefmarkenverkäufe, kein nennenswerter Beratungsbedarf, usw.

    Ohne Leerlauf steht alle 2 Minuten ein neuer Kunde am Tresen. Dann sind 30 Kunden pro Stunde zu bedienen. Multipliziert mit 30 Cent: 9€. Minijober zum Mindestlohn kosten den Arbeitgeber ungefähr doppelt soviel (inklusive Abgaben an Minijobzentrale und Gebühr vom Steuerberater).

    Mit jeder Stunde zahlt der Betreiber also Lohnkosten drauf. Die in der Presse kolportierten 500€ Grundpauschale pro Monat legen bei 43h durchschnittliche Arbeitszeit eines Minijobers, der die Grenze voll ausreizen kann, nochmal ca. 11€ pro Arbeitsstunde drauf.

    Dann ist der Arbeitgeber +/- bei Null. Er darf aber nicht nur 10h pro Woche öffnen, wenn das eigene Geschäft länger geöffnet hat. Und davon ist kein Anteil der Raumkosten, Strom, Versicherung bezahlt und schon gar kein Gewinn gemacht, der Zweck eines jeden Unternehmens. Von einer Vergütung für den ganzen Ärger den Postkunden mitunter bringen reden wir gar nicht.


    Meine Vermutung ist, dass das System langfristig unter Druck kommen "soll", damit die Führung mit gespieltem Bedauern der Politik sagen kann, dass die Post auch im Universaldienst leider leider auf Automaten umstellen muss. Für deren Stellplätze zahlt die Post übrigens wenig bis nichts, soweit ich herausbekommen konnte.


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    Ist schon lustig wie in Deutschland tausende Kommunen und Kleinunternehmer mitwirken dem größten Paketunternehmen der Welt den Profit zu erhöhen.

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