Haftungssummen bei Paketdiensten (langfristige Betrachtung)

  • Ein Thema, bei dem es mich wundert dass dieses noch nie medial und/oder regulatorisch aufgegriffen wurde (zumindest habe ich es nicht mitbekommen):


    Paketdienste (DHL...), aber auch z.B. die Deutsche Post (Einschreiben) haften bekanntlich z.B. im Verlustfall bis zu einer bestimmten Höchstgrenze.

    Bei DHL sind das beispielsweise 500 Euro. Bei den anderen Paketdiensten sind die Summen ähnlich. Bei Post/Einschreiben sind es oft 20 oder 25 Euro.


    Zum Beispiel bei DHL gelten diese 500 Euro schon seit ... ich weiß gar nicht wie lange, aber es muß schon seit vielen Jahren unverändert sein, denn ich kenne es nicht anders.

    Laut Wikipedia dürfte zumindest schon 2008 auch diese Summe gegolten haben.

    Ein altes Schnipsel aus D-Mark-Zeiten habe ich noch entdeckt, damals dürften es wohl 1.000 Mark gewesen sein. Falls das stimmt, würde die 500 Euro somit schon seit über 20 Jahre gelten, denn 1000 Mark entsprechen etwa 500 Euro.


    Falls das seit 2008 gilt, wäre das aufgrund der Inflation real eine Senkung der Haftung von rund 25%.

    Falls es schon vor der Euro-Einführung 1.000 Mark waren, wäre es sogar eine Senkung von rund 40%.

    Bei der momentan sehr hohen Inflation wäre es alleine in einem Jahr eine Senkung von weiteren rund 10%!

    (Um das abschließend beurteilen zu können, bräuchte man ein paar historische Daten)


    Da die Paketdienste die Paketpreise laufend anheben, in etwa um die Höhe der Inflation (eher sogar mehr), wäre es eigentlich logisch dass auch die Haftungssummen jährlich, oder zumindest alle paar Jahre, um einen entsprechenden Betrag anzuheben, bloß um eine Wertsicherung zu erhalten.

    Aber hier tut sich scheinbar überhaupt nichts.


    Es ist anzunehmen dass die Inhalte heutzutage viel öfters die Haftungssumme überschreiten als früher.

    Denn waren vor 10 oder 20 Jahren 500 Euro noch sehr viel Geld, sind heute 500 Euro ungleich weniger Wert und somit viel einfacher mit Paketinhalten erreichbar.

    Von daher sinken für diese Dienste von Jahr zu Jahr die Entschädigungssummen immer weiter, da immer öfters die Wertgrenzen überschritten werden.


    Hier passt daher das Verhältnis zwischen laufender Paketpreiserhöhungen auf der einen Seite, aber faktisch immer niedrigerer Haftungssumme, überhaupt nicht.

  • suchender

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  • Echt so, ausschließlich GLS gönnt 750€

    Es geht mir hier nicht unbedingt um den konkreten Betrag.


    Genauso gibt es auch niedrigere Haftungssummen: Zum Beispiel nur 25 Euro bei DP-Einschreiben.


    Die 500 Euro bei DHL sind kein Naturgesetz. GLS hat halt eine höhere Summe festgelegt.


    Mein Einwand bezieht sich viel mehr darauf dass diese Haftungssummen meist seit vielen Jahren (oder gar Jahrzehnten) nicht angepasst wurden, daher die Haftung aufgrund von Inflation und Kaufkraftverlust von Jahr zu Jahr immer weniger Wert wird.


    Und das obwohl die Paketpreise laufend erhöht werden.

    Man kann hier damit argumentieren dass man immer weniger für den Paketpreis bekommt.


    Wenn man z.B. im Jahr 2021 6 Euro für ein Paket bezahlt, und im Jahr 2023 6,80 Euro, dann sollte man erwarten können dass nicht nur der Versandpreis kaufkraftgesichert wurde, sondern auch die Haftung wertgesicht wird. Und das ist momentan offensichtlich weitgehend nicht der Fall.

  • In jedem Einzelporto ist die Versicherung einkalkuliert. Würde die Haftungsgrenze erhöht würde das Einzelporto steigen müssen.

    Da das 5 kg DHL Paket, als das häufigste Paket, den Privatkunden Anno 2004 6,79€ kostete, inzwischen 6,99€, kann von horrender Inflation nicht die Rede sein.

    Die Kostensteigerungen der letzten 2 Jahrzehnte haben auf die eine oder andere Weise die Arbeitnehmer kompensieren müssen, das nur so nebenbei...


    Jedenfalls, die Masse der Sendungswerte liegt weiterhin unter 500€ und es für alle teurer zu machen, damit sich eine Minderheit den Aufpreis für eine Höherversicherung sparen kann, wäre auch nicht wirklich im Sinne der meisten Kunden.

  • PS: bezüglich der verzerrten, subjektiven Wahrnehmung, die Paketpreise würden laufend erhöht, hilft ggf. http://www.archive.org und dann mal die Preise vor 20 Jahren recherchieren (die tatsächlichen Preise, wie auf den Websites damals ausgezeichnet, nicht gefühlte, nostalgische Schätzungen) und dann in einen Inflationsrechner eingeben.


    Wer das tut sieht, dass nur für Inflationsausgleich zB jenes 5 kg Paket inzwischen 9,48€ kosten müsste (statt 6,99€).

    Ja, da wäre dann auch sicherlich eine Versicherung von ca. 700€ (Kaufkraft von 500€ aus dem Jahr 2004) drin. Ob die Masse der Kunden aber zufriedener wäre diese höhere Versicherung zu haben, aber für jede Sendung "über" dem Päckchen bzw. mit Versicherung fast 10€ statt ca. 7€ bezahlen zu müssen, kann man durchaus anzweifeln. Das Produktmanagement von DHL ist hier vermutlich auch gut informiert und führt entsprechende Studien mit focus groups durch, wie bei großen Unternehmen üblich.

  • Echt so, ausschließlich GLS gönnt 750€

    Es gibt da aber einen kleinen Haken 😉.


    Alle Informationen zu den Haftungssummen gibt es hier:

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