Ratgeber zum Postfach einrichten bei der Deutschen Post

Postfach-Adressen lösen bei vielen Menschen negative Vorstellungen aus. Schließlich hört man häufig von dubiosen Postfach-Firmen, die sich hinter anonymen Postfächern verbergen. Doch dieses Klischee ist überholt, denn Postfächer bieten Privat- und Gewerbekunden zahlreiche Vorteile.


So funktioniert ein Postfach

Postfach-Anlage Postfach-Anlagen sind meistens in größeren Niederlassungen der Deutschen Post eingerichtet und über einen separaten Zugang erreichbar. Postfach-Kunden erhalten eine Zugangskarte, mit der sie rund um die Uhr ihr persönliches Postfach leeren können. Es besteht also i.d.R. keine Abhängigkeit von den Filial-Öffnungszeiten (Ausnahme: Postfachanlagen in Partner-Postfilialen im Einzelhandel). Es gibt verschiedene Postfachgrößen, je nachdem, ob Sie eher große oder kleine Sendungsmengen erwarten. Sie müssen keine Mindestanzahl an Briefpost erwarten, um ein Postfach einrichten zu dürfen.

Postfächer sind diebstahlsicher mit Stahltüren gesichert und nur vom Inhaber oder bevollmächtigten Mitnutzern mit einem entsprechenden Schlüssel zu öffnen (Sie erhalten 2 Schlüssel). Jedes Postfach hat eine Nummer und eine Postleitzahl, die sich von den regulären Postleitzahlen unterscheidet. Es gibt sog. Postfach-Postleitzahlen, die speziell für die Zustellung von Post an Postfächern eingerichtet wurden. Denn Postfach-Kunden erhalten ihre Briefpost besonders schnell und besonders früh am Morgen, weil die Transport- und Sortierprozesse für Postfach-Zustellungen schneller ablaufen als für Hauspost, die erst noch händisch von Zustellern nach Gangfolge sortiert werden muss.

Postfach-Foto oben: © By Benutzer:Kandschwar (Benutzer:Kandschwar) [Public domain], via Wikimedia Commons


Postfächer sind (fast) kostenlos

Die Einrichtung eines Postfachs kostet einmalig 15 Euro, und es entstehen keine monatlichen Gebühren. Eine aktuelle Preisliste finden Sie hier auf der Website der Deutschen Post. Dort finden Sie auch die Kundenhotline, um ein Postfach zu beantragen. Bitte beachten Sie, dass künftig Ihre gesamte Post in das Postfach eingelegt wird. Also nicht nur die Post, die mit Postfach-Anschrift direkt dorthin adressiert wird, sondern auch die an Ihre Hausanschrift gerichtete Post. Sie sollten also mind. 1x täglich in Ihrem Postfach nachschauen, ob Sie neue Post erhalten haben. So, wie Sie es bisher vom Leeren des Hausbriefkastens gewohnt sind. (Vertraglich verpflichtet Sie die Post zur Postfach-Leerung alle 7 Werktage.)



Tipps und Tricks zum Postfach

Wenn Sie täglich sehr viel Briefpost erhalten (z.B. als Firmenkunde), kann es sein, dass nicht alles ins Postfach hineinpasst. Ihnen wird dann eine Benachrichtigungskarte ins Postfach gelegt, dass Sie am Schalter weitere Sendungen abholen können. Wenn Sie nun allerdings um 7 Uhr morgens Ihr Postfach leeren, hat der Schalter noch nicht geöffnet und Sie müssen später noch einmal wiederkommen. Diesen doppelten Wege sparen Sie sich, wenn Sie das Postfach erst leeren, wenn auch der Schalter geöffnet hat.

Sie können an einer Postfach-Adresse keine Pakete empfangen. Denn Pakete sind zu sperrig und werden außerdem nicht im Netz der Deutschen Post transportiert (sondern mit DHL). Das Maximalmaß für Briefe ist der Maxibrief mit max. 35,3 x 25 x 5cm und 1kg Gewicht. Zum Empfang von Paketen eignet sich die Packstation von DHL.

Wenn Ihnen die Zeit fehlt, Ihr Postfach regelmäßig zu leeren, können Sie den kostenpflichtigen HIN+WEG-Service der Post in Anspruch nehmen. Ein Bote bringt Ihnen dann 1x täglich Ihre Postfach-Post vorbei und kommt am Nachmittag erneut vorbei, um Ihre frankierte Post abzuholen und bei der Post einzuliefern.

Dubiose Postfächer in Niederaula

Einen beinahe legendären aber ebenso schlechten Ruf haben Postfächer in 36272 Niederaula. In Niederaula betreibt die Deutsche Post ein Internationales Postzentrum, das sog. IPZ2. Die IPZ-Hauptstelle befindet sich Frankfurt am Main. Dort werden Briefsendungen bearbeitet, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen oder Deutschland in Richtung Ausland verlassen. In Niederaula werden ebenfalls internationale Briefe sortiert, allerdings solche mit niedriger Priorität (z.B. Infopost, Werbesendungen, etc.).

Ausländische Firmenkunden haben die Möglichkeit, sich im Postzentrum Niederaula ein Postfach einzurichten, um beispielsweise unzustellbare Rückläufer aus Werbesendungen aufzufangen. Einige zwielichtige Unternehmen nutzen diese Möglichkeit allerdings, um Abzock-Mailings mit falschen Gewinnversprechen, dubiosen Produktangeboten oder Branchenbucheinträgen zu versenden. Fällt jemand auf solche Werbebriefe rein und antwortet darauf, gelangt die Antwort zunächst ins Postfach in Niederaula und wird dort von einem Strohmann abgeholt. Nach kurzer Zeit wird das Postfach geschlossen und die ursprüngliche Firma dahinter verschwindet im Ausland. Die Deutsche Post hat oftmals keine Gelegenheit, an die Hintermänner solcher Machenschaften zu gelangen, weil eigens Tarnfirmen eingerichtet werden oder Geschäftsadressen angegeben werden, die gar nicht existieren. Weil die Firmen im Ausland sitzen, lässt sich den Postfach-Betrügern in Niederaula nur schwer das Handwerk legen.


Foto: Internationales Postzentrum Niederaula
Internationales Postzentrum Niederaula