Besser wissen, wann es ankommt

Ratgeber zum Postfach einrichten bei der Deutschen Post

Postfach-Adressen lösen bei vielen Menschen negative Vorstellungen aus. Schließlich hört man häufig von dubiosen Postfach-Firmen, die sich hinter anonymen Postfächern verbergen. Doch dieses Klischee ist überholt, denn Postfächer bieten Privat- und Gewerbekunden zahlreiche Vorteile.


So funktioniert ein Postfach

Postfach-Anlagen sind meistens in größeren Niederlassungen der Deutschen Post eingerichtet. Manchmal sind die Postfächer rund um die Uhr über einen separaten Zugang erreichbar, der mit einer Zugangskarte geöffnet werden kann. Allerdings gibt es auch Filialen, bei denen die Postfächer nur innerhalb der Filial-Öffnungszeiten zugänglich sind. Bitte erkundigen Sie sich am besten vor Ort in der Filiale über die Erreichbarkeit der Postfächer.

In der Filiale sollten Sie sich ebenfalls nach den Ausgabezeiten für solche Sendungen erkundigen, die nicht ins Postfach eingelegt werden konnten. Zum Beispiel Einschreiben oder übergroße Kataloge, die ins Postfach nicht hineinpassen. Über solche Sendungen werden Sie per Infozettel im Postfach benachrichtigt und müssen damit zum normalen Postschalter gehen. Tipp: Wenn sie regelmäßig viele und/oder große Sendungen erwarten, buchen Sie ein entsprechend großes Postfach.

Sie müssen übrigens keine Mindestanzahl an Briefen erwarten, um ein Postfach einrichten zu dürfen. Zu beachten ist, dass an Ihre Hausanschrift adressierte Post künftig ebenfalls an das Postfach zugestellt werden kann. Eigentlich verspricht die Deutsche Post, dass sämtliche Post an die Hausanschrift des Kunden an dessen Postfach umgeleitet wird. Aber die Praxis zeigt, dass es vom jeweiligen Zusteller abhängt, ob er Briefe nach Hause liefert oder ins Postfach.

Die Paketda-Redaktion rät: Schauen Sie mindestens 1x täglich in Ihrem Postfach nach, ob Sie neue Post erhalten haben. So, wie Sie es bisher vom Leeren des Hausbriefkastens gewohnt sind. Vertraglich verpflichtet Sie die Deutsche Post zur Postfach-Leerung alle 7 Werktage.

Postfach-Anlage

Postfach-Foto: © By Benutzer:Kandschwar (Benutzer:Kandschwar) [Public domain], via Wikimedia Commons

Fehlt Ihnen die Zeit, um das Postfach regelmäßig zu leeren? Dann können Sie den kostenpflichtigen Bring- und Abhol-Service der Post beauftragen. Ein Bote bringt Ihnen dann 1x täglich Ihre Postfach-Post vorbei und kommt am Nachmittag erneut vorbei, um Ihre frankierte Post abzuholen und bei der Post einzuliefern.

Postfächer sind diebstahlsicher mit Stahltüren gesichert und nur vom Inhaber oder bevollmächtigten Mitnutzern mit einem entsprechenden Schlüssel zu öffnen (Sie erhalten 2 Schlüssel). Jedes Postfach hat eine Nummer und eine Postleitzahl, die sich von den regulären Postleitzahlen unterscheidet. Es gibt sog. Postfach-Postleitzahlen, die speziell für die Zustellung von Post an Postfächern eingerichtet wurden. Denn Postfach-Kunden erhalten ihre Briefpost besonders schnell und besonders früh am Morgen, weil die Transport- und Sortierprozesse für Postfach-Zustellungen schneller ablaufen als für Hauspost, die erst noch händisch von Zustellern nach Gangfolge sortiert werden muss.


Postfächer kosten pro Jahr 19,90 Euro Miete

Bis zum Sommer 2016 waren Postfächer sehr günstig, weil sie nur einmalig 15 Euro kosteten und keine laufenden Kosten verursachten. Die Deutsche Post hat das Preismodell inzwischen jedoch geändert. Postfächer kosten pro Jahr 19,90 Euro Miete (Stand 7/2016). Damit sind Postfächer wohl nur noch für Firmen lohnend, die regelmäßig ein hohes Postaufkommen haben.

Im jährlichen Preis des Postfachs sind übrigens 2 Schlüssel inklusive. Wer mehr Postfach-Schlüssel haben möchte, kann maximal 3 weitere Schlüssel zum Einmalpreis von jeweils 7 Euro nachbestellen. Eine aktuelle Preisliste finden Sie hier auf der Website der Deutschen Post. Dort finden Sie auch ein Onlineformular, um ein Postfach zu beantragen.

Tipps und Tricks zum Postfach

Wenn Sie täglich sehr viel Briefpost erhalten (z.B. als Firmenkunde), kann es sein, dass nicht alles ins Postfach hineinpasst. Ihnen wird dann eine Benachrichtigungskarte ins Postfach gelegt, dass Sie am Schalter weitere Sendungen abholen können. Wenn Sie nun allerdings um 7 Uhr morgens Ihr Postfach leeren, hat der Schalter noch nicht geöffnet und Sie müssen später noch einmal wiederkommen. Diesen doppelten Wege sparen Sie sich, wenn Sie das Postfach erst leeren, wenn auch der Schalter geöffnet hat.

Wichtig zu wissen: Sie können in einem Postfach keine Pakete empfangen. Denn Pakete sind zu sperrig und werden außerdem nicht im Netz der Deutschen Post transportiert (sondern mit DHL). Das Maximalmaß für Briefe ist der Maxibrief mit 35,3 x 25 x 5cm und 1kg Gewicht. Zum Empfang von Paketen eignet sich die Packstation von DHL.

Wenn Sie den Lagerservice der Deutschen Post nutzen (z.B. weil Sie längere Zeit im Urlaub sind), werden einige Poststücke im Postfach gelagert und der andere Teil wird nach Beendigung des Lagerservices an die Hausanschrift geliefert.


Dubiose Postfächer in Niederaula

Einen beinahe legendären aber ebenso schlechten Ruf haben Postfächer in 36272 Niederaula. In Niederaula betreibt die Deutsche Post ein Internationales Postzentrum, das sog. IPZ2. Die IPZ-Hauptstelle befindet sich Frankfurt am Main. Dort werden Briefsendungen und Päckchen bearbeitet, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen oder Deutschland in Richtung Ausland verlassen. In Niederaula werden ebenfalls internationale Briefe sortiert, allerdings solche mit niedriger Priorität (z.B. Infopost, Werbesendungen, etc.).

Ausländische Firmenkunden haben die Möglichkeit, sich im Postzentrum Niederaula ein Postfach einzurichten, um beispielsweise unzustellbare Rückläufer aus Werbesendungen aufzufangen. Einige zwielichtige Unternehmen nutzen diese Möglichkeit allerdings, um Abzock-Mailings mit falschen Gewinnversprechen, dubiosen Produktangeboten oder Branchenbucheinträgen zu versenden. Fällt jemand auf solche Werbebriefe rein und antwortet darauf, gelangt die Antwort zunächst ins Postfach in Niederaula und wird dort von einem Strohmann abgeholt. Nach kurzer Zeit wird das Postfach geschlossen und die ursprüngliche Firma dahinter verschwindet im Ausland. Die Deutsche Post hat oftmals keine Gelegenheit, an die Hintermänner solcher Machenschaften zu gelangen, weil eigens Tarnfirmen eingerichtet werden oder Geschäftsadressen angegeben werden, die gar nicht existieren. Weil die Firmen im Ausland sitzen, lässt sich den Postfach-Betrügern in Niederaula nur schwer das Handwerk legen.

Foto: Internationales Postzentrum Niederaula
Internationales Postzentrum Niederaula