Besser wissen, wann es ankommt

Paket on tour: Was mit Ihrer Sendung beim Paketdienst passiert

Wer ein Paket verschickt, ist meistens froh, wenn das Anstehen am Postschalter nicht allzu lange dauert. Mehr Gedanken muss man sich als Kunde kaum machen. Ist das Paket erfolgreich aufgegeben, kommt es meistens schon am nächsten Tag beim Empfänger ist.

Damit dies gelingt, arbeitet im Hintergrund ein fein abgestimmtes Logistik-Netzwerk. In diesem Artikel stellen wir Ihnen vor, was mit Ihrem Paket nach dem Absenden passiert - und welche Fehler nicht passieren sollten, aber dennoch vorkommen. So können Sie leichter nachvollziehen, warum sich eine Paketzustellung eventuell verzögert oder ab welchem Zeitpunkt wirklich Sorge besteht, dass ein Paket verloren gegangen ist.


Schritt 1: Paket bei der Post aufgeben

Bevor Sie ihr Paket versenden, sollten Sie es gut verpacken. Die meisten Transportschäden entstehen nämlich aufgrund unzureichender Verpackung - und in solchen Fällen zahlt die Versicherung des Paketdienstes nicht! Sie sind in der Beweispflicht, das Paket sicher verpackt zu haben. Anschließend können Sie anhand unserer Paketdienst-Vergleichstabelle oder mit dem Paketpreis-Rechner herausfinden, welcher Paketdienst für Ihr Paket der beste ist. Sie können Pakete entweder bei der Deutschen Post aufgeben, in Paketshops privater Paketdienste (DPD, Hermes, GLS, UPS) oder das Paket von einem Kurier abholen lassen. Letzteres ist aufpreispflichtig und beschleunigt den Versand i.d.R. nicht. Wenn Sie Ihr Paket bei einem Paketshop einliefern, erkundigen Sie sich, wann die nächste Abholung erfolgt. Vor allem bei kleineren Shops kann es möglich sein, dass Pakete nur jeden zweiten Tag abgeholt und weiterbefördert werden. Dieses Problem gibt es bei Filialen der Deutschen Post nicht, hier werden Paketsendungen mindestens einmal täglich abgeholt und zur regionalen Zustellbasis transportiert.


Schritt 2: Transport zur Zustellbasis

Zunächst wird Ihr Paket vom Kurierfahrer bzw. per Filialabholung in die regionale Zustellbasis transportiert. Das sind meist unscheinbare Hallen in Gewerbegebieten. Ein wichtiges Kriterium für den Standort ist eine gute Verkehrsanbindung, z.B. an Autobahnen, damit der Paketaustausch mit den überregionalen Frachtzentren reibungslos funktioniert. Weil jeder Paketdienst seine Zustellgebiete unterschiedlich gliedert, kann es noch feinere Standortnetze geben wie z.B. bei Hermes mit sog. Satelliten-Depots. Diese Standorte werden i.d.R. von Subunternehmern betrieben und verfügen kaum über technische Sortiereinrichtungen. Von der Zustellbasis oder vom Satelliten-Depot werden neu eingelieferte Pakete i.d.R. 1x täglich abends zum überregionalen Frachtzentrum gefahren (auch Paketdepot oder Sortierzentrum genannt). Dort erfolgt die automatische Codierung, Vermessung und Wiegung des Pakets. Wenn Sie einen Paketschein online erstellen, ist die Empfängeradresse bereits vorcodiert im Strichcode des Paketaufklebers enthalten.


Schritt 3) Sortierung im Frachtzentrum

Innerhalb des Frachtzentrums (Abkürzung HUB für Hauptumschlagbasis) wird jedes Paket anhand seiner Empfänger-PLZ sortiert. Dazu gibt es kilometerlange Förderbänder, die jeweils an speziellen Ausgangstoren enden. Die automatische Sortieranlage erkennt, welches Paket an welchem Tor verladen werden muss und leitet es per Rutsche dorthin.

An dieser Stelle ist wichtig zu wissen, dass die Sortierung im Frachtzentrum einer der zeitkritischsten Prozesse ist. Denn an den Verladetoren warten bereits die LKW, die zu festgelegten Abfahrtszeiten in Richtung Zielregion starten. Wird ein Paket z.B. aus der Zustellbasis zu spät im HUB eingeliefert, oder ist die Anschrift nicht lesbar oder das Paket schlecht verpackt, kann sich der Sortierprozess verzögern. Im ungünstigen Fall wird Ihr Paket nach Unterföhring z.B. um 21.10 Uhr dem entsprechenden Verladetor zugewiesen, der LKW in Richtung Bayern ist aber bereits um 21 Uhr abgefahren. Weil die nächste Tour Richtung Bayern erst am nächsten Tag stattfindet (außer zur Weihnachtszeit, dort wird häufiger gefahren), ist dadurch eine Verzögerung von mind. 24 Stunden eingetreten.


Schritt 4: Bündelung mehrerer Pakete in einer Zwischenstation

Bei DHL ist das Transportnetz so organisiert, dass jedes der 33 deutschen Frachtzentren auf direktem Wege mit den anderen 32 Standorten Pakete austauscht - es gibt keine Zwischenstationen auf dem Transportweg.

Paketdienste wie Hermes, GLS oder DPD organisieren den Transport hingegen anders und schalten regionale Sortierstellen zwischen. Bei GLS wird beispielsweise der Zentrale Umschlagpunkt (ZUP) in Neuenstein stark genutzt. Der Standort befindet sich in der Mitte Deutschlands in Hessen, wo sehr viele Logistikzentren angesiedelt sind. Der Sinn solcher Zwischenstationen ist es, Paketsendungen aus unterschiedlichen Regionen miteinander zu bündeln und anschließend weiterzutransportieren. So kann z.B. ein Paket aus Hamburg mit Ziel Unterföhring bei München mit anderen Paketen, die z.B. aus Berlin kommen und auch nach München sollen, gebündelt werden. Dadurch werden die LKW-Kapazitäten besser ausgelastet. Dieser Vorgang wird Konsolidierung genannt und findet üblicherweise nachts statt (zwischen 23 und 4 Uhr).


Schritt 5) Ankunft im Frachtzentrum in der Zielregion

Entsprechend der Postleitzahl des Empfängers wurde das Paket in den vorherigen Schritten für die Zielregion sortiert. Der Transport dorthin erfolgt in aller Regel über die Straße per LKW (sog. "Nachtsprung"). Nur sehr wenige Frachtzentren sind mit der Bahn miteinander verbunden. Im Frachtzentrum / Paketdepot der Zielregion treffen die Sendungen ca. zwischen 4 und 6 Uhr morgens ein. Dort erfolgt nochmal ein Eingangsscan und die Prüfung, ob die Empfänger-PLZ tatsächlich im Einzugsgebiet des jeweiligen Frachtzentrums liegt. Manchmal kommt es zu Fehlroutungen und das Paket wurde einem falschen Frachtzentrum zugewiesen. Die Rückführung bzw. Neusortierung erfolgt dann am Abend des Tages, wodurch sich die Paketlaufzeit um mind. 1 Tag verlängert. Innerhalb des Frachtzentrums werden die in Empfang genommenen Pakete entsprechend der exakten Empfängeradresse einer Zustellbasis zugewiesen. Ein Beispiel: Das Paketzentrum München verteilt seine Sendungen auf die Zustellbasen München-Stadtgebiet, Unterföhring, Ismaning, Pullach, Grünwald, usw.

Die Pakete treffen in zwei Wellen bei den Zustellbasen ein, einmal gegen 6-7 Uhr und einmal gegen 8-9 Uhr. Von dort fahren die Zusteller ab und stellen die Pakete tagsüber den Empfängern zu. Entweder persönlich, per Filialabholung, Paketshop oder über Packstationen.

Und wenn eine bestellte Ware nicht gefällt? Dann geht's retour - und zwar auf dem gleichen Weg in entgegengesetzter Richtung.