Besser wissen, wann es ankommt

Unfreies Paket verschicken

Ein Paket "unfrei" zu verschicken bedeutet, dass der Absender kein Porto bezahlt und der Empfänger die Transportkosten bezahlen soll. Viele Kunden von Versandhändlern halten das für eine gute und preiswerte Idee. Aber es gibt Einiges zu beachten, um in keine Kostenfalle zu geraten.


Unfreie Pakete: Nur in Postfilialen zu verschicken

Eines vorweg: Paketscheine für den unfreien Versand können Sie nicht online "kaufen" bzw. ausdrucken. Um ein Paket unfrei zu verschicken, können Sie allenfalls diesen Online-Paketschein (PDF) nutzen, zu Hause ausdrucken, aufs Paket kleben und schließlich zur Postfiliale bringen. In der Filiale müssen Sie dann mitteilen, dass das Paket unfrei verschickt werden soll. Der Mitarbeiter klebt daraufhin eine spezielle Servicemarke in das Freifeld auf dem Paketschein.

Achtung: Der Empfänger bezahlt für unfreie Pakete pauschal 18,00 Euro Porto. Das gilt für Pakete innerhalb Deutschlands bis 31,5 kg. Die 18 Euro sind extrem teuer im Vergleich zum Standardporto. Für ein 5kg-Paket zahlen Sie in der DHL-Onlinefrankierung beispielsweise nur 5,99 Euro (alle Preisangaben Stand 1/2017, Quelle: DHL-Website).

Bitte vergewissern Sie sich vorher beim Empfänger des Pakets, ob er unfreie Pakete annimmt. Wenn der Empfänger von den hohen Gebühren so geschockt ist, dass er die Annahme verweigert, geht das unfreie Paket zurück an Sie als Absender. Sie müssen dann die 18 Euro Porto bezahlen und zusätzlich die Kosten für den nochmaligen Versand, weil das Paket ja nicht beim Empfänger angekommen ist.

Falls weder Empfänger noch Absender eine unfreie Lieferung annehmen, wird das Paket üblicherweise bei der Ermittlungsstelle von DHL in Hagen eingelagert. Die Lagerung ist meistens kostenpflichtig. Wenn das Paket bis zum Ablauf der Lagerzeit nicht ausgelöst wurde, darf DHL es vernichten oder das Paket versteigern.


Hinweise zu unfreien Rücksendungen an Versandhändler und Onlineshops

Wenn Sie als privater Verbraucher bei einem gewerblichen Versandhändler eingekauft haben, steht Ihnen das gesetzliche Widerrufsrecht zu. Sie können Ihren Widerruf ausüben, indem Sie die Ware an den Händler zurückschicken - egal ob frankiert oder unfrankiert. Sie können eine Retoure auch unfrei verschicken, also ohne selber Porto zu bezahlen. Der Händler muss unfreie Rücksendungen annehmen. Er darf die Annahme nicht verweigern.

Beachten Sie bei unfreien Rücksendungen unbedingt: Die Gebühren in Höhe von 18 Euro muss der Händler zunächst verauslagen und kann sich das Geld evtl. von Ihnen als Kunde zurückholen. Bitte lesen Sie die AGB bzw. die Rücknahmebedingungen des Händlers. Wenn der Händler generell allen Kunden kostenfreie Rücksendungen anbietet, muss er gemäß aktueller Rechtsprechung auch die Kosten für unfreie Rücksendungen tragen. Wenn der Händler hingegen die Kosten der Rücksendung nicht bezahlt, darf er sie an die Kunden weiterberechnen. Das bedeutet bei unfreien Lieferungen i.d.R., dass die Portokosten vom Warenwert abgezogen werden und Sie somit weniger Geld erstattet bekommen.


Tipp der Redaktion

Paketda.de rät: Schicken Sie am besten keine unfreien Sendungen an Versandhändler. Kontaktieren Sie vorher den Kundenservice des Händlers, ob man Ihnen eine kostenfreie Retourenmarke zur Verfügung stellen kann. Diese kleben Sie einfach aufs Paket und geben es in einem Paketshop ab. Die Portokosten sind für den Händler dadurch wesentlich geringer.

Und auch wenn ein Händler keine kostenfreien Retouren anbietet, sollten Sie im eigenen Interesse keine unfreie Rücksendung abschicken. Denn die Kosten werden letztendlich Ihnen als Kunde auferlegt. Den günstigsten Paketdienst für Rücksendungen finden Sie ganz einfach mit unserem Paketdienst-Preisvergleichsrechner.


Unfreie Briefe = Werbeantwort

Übrigens: Briefe und Postkarten können nicht unfrei verschickt werden. Es gibt aber spezielle Antwort-Karten und -briefe, die keine Frankierung erfordern. Diese Sendungen werden üblicherweise als Werbeantwort bezeichnet und z.B. in Prospekten oder Zeitschriften verteilt.